Quelle: Steven Liao auf Pixabay
Erschienen in Ausgabe 12-2019Politik & Regulierung

Das Geld liegt auf der Straße

Alternative Kapitalanlage zwischen Private-Equity und Infrastruktur

Von Dr. Thomas M. TreptowVersicherungswirtschaft

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Die Struktur der Assetklassen steht im Mittelpunkt des Kapitalanlagemanagements von Versicherungen. Allgemein akzeptiert ist die Erkenntnis, dass die Ausgestaltung dieser strategischen Asset Allokation, SAA, einen hohen Anteil der Variabilität der unsicheren Kapitalanlageerträge im statistischen Sinne erklären kann. Historisch bedingt haben festverzinsliche Anlagen einen wesentlichen Anteil an der SAA von Versicherungen. Nach über 30 Jahren sinkender Zinsen, die auf historischem Tiefstand angekommen zu seien scheinen, und der Aussicht, dass zumindest kurzfristig keine wesentliche Änderung erfolgt, stellt dies die Ausprägung dieser Kapitalanlagestruktur in Frage. Da der Block liquider Rentenpapiere immer weniger seine traditionelle Funktion für Versicherungen übernehmen kann, die häufig hoch-volumige Anlagespitze monatlicher cash-inflows auskömmlich verzinst anzulegen, gelangen Alternative Anlageklassen weiterhin und zunehmend in den Fokus der Betrachtung.

Versicherer investieren regelmäßig in Private-Equity-Fonds

In einer engen Definition stellen Private-Equity- und Infrastruktur-Investments Alternative Assetklassen dar. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, versprechen beide eine höhere erwartete Rendite aufgrund höherer übernommener Risiken, insbesondere Illiquiditätsrisiken. Private-Equity-Investments sind Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen. Der Erfolg entsprechender Investitionen soll sich dabei aus operativen Verbesserungen beziehungsweise der strategischen Neupositionierung der Unternehmen ergeben. Die damit erfolgende Steigerung des Unternehmenswerts konkretisiert sich als über die Gesamtperiode realisierter Wertzuwachs.

Versicherer investieren dabei regelmäßig in Private-Equity-Fonds, die eine Risikodiversifikation dadurch sicherstellen, dass sie in eine Vielzahl von Unternehmen investieren, beziehungsweise in Dachfonds, die wiederrum in eine Vielzahl einzelner Private-Equity-Fonds investieren. Da die Unternehmen regelmäßig eher klein sind und sich in einer frühen Phase ihrer Existenz befinden, sind ihre Risiken tendenziell eher gering mit den Kapitalmarktrisiken liquider Anlageformen korreliert. Die Illiquiditätsprämie von einzelnen Private-Equity-Investments lässt sich daher insbesondere mit den Schwierigkeiten der Handelbarkeit der investierten Zielunternehmen sowie der damit eingeschränkten Realisierungsmöglichkeit des Wertzuwachses begründen. Die Anlageklasse Infrastruktur definiert sich über Investments in die…