Treffpunkt Baden-Baden: Swiss-Re-Manager Frank Reichelt mit VW-Redaktionsleiter Michael Stanczyk. 
Treffpunkt Baden-Baden: Swiss-Re-Manager Frank Reichelt mit VW-Redaktionsleiter Michael Stanczyk. Quelle: vw
Erschienen in Ausgabe 11-2019Märkte & Vertrieb

Wer spielt hier wen aus?

Swiss Re und Munich Re im Fernduell

Von Michael StanczykVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Ohne Rückversicherer hätte die Branche ein mächtiges Problem. Es sind die Player mit dem markanten Re am Namensende, die unerwartete Katastrophenereignisse kalkulieren, abdecken und ihre Kunden – die Versicherer – so vor dem Aus schützen. Zwei von ihnen tun das besonders gut – und liefern sich im Verdrängungswettbewerb Reinsurance ein zähes Kopf-an-Kopf-Rennen um Wachstum und Leadership. In Baden-Baden musste man aber schon ganz genau hinsehen, um zu erkennen, wer den anderen wie ausspielt.

Munich Re schwebt

Munich Re scheint aktuell wieder über den Dingen zu stehen. Zuletzt hat der Konzern überraschend einen ersten Einblick in seine Zahlen für das dritte Quartal gewährt. Er erzielte trotz hoher Großschäden ein Konzernergebnis von 850 Millionen Euro. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Der Kurs der Munich-Re-Aktie sprang nach der Bekanntgabe auf ein Plus von fast zwei Prozent Plus und war zuletzt mit plus 0,90 Prozent noch unter den stärksten Werten im Dax.

Grund sind gute operative Entwicklungen, hohe Währungsgewinne und ein prächtiges Kapitalanlageergebnis. Das Konzernergebnis von 2,5 Mrd. Euro, das für dieses Jahr anvisiert wurde, erwartet der Versicherungskonzern nun zu übertreffen. Bereits in den vergangenen Quartalen liefen die Geschäfte bei der Munich Re sehr gut. Im zweiten Quartal wurden mit 993 Millionen Euro der höchste Quartalsgewinn seit vier Jahren verbucht. Insgesamt standen nach sechs Monaten schon 1,6 Mrd. Euro auf der Gewinnseite. Mit den 850 Millionen Euro aus dem dritten Quartal, sind es bereits 2,45 Mrd. Euro. Bei einem guten Jahresendspurt könnte die Marke von drei Mrd. Euro in Sichtweite geraten könnte. Die endgültigen Q3-Zahlen sollen am 7. November stehen.

Ein großes Aber gibt es bei alledem trotzdem: Der Zeitraum zwischen Oktober und Dezember ist oft von Hurrikans und Taifunen belastet. Erst im letzten Monat sorgte Taifun Hagibis in Japan für gewaltige Verwüstungen und eine dreistellige Zahl an Todesopfern. Die versicherten Schäden sollen 10 Mrd. US-Dollar erreichen. Ebenfalls kam es in den vergangenen Jahren im Schlussquartal zu außergewöhnlich hohen Schäden durch Waldbrände, beispielsweise in Kalifornien. Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Höhe der Schäden tendenziell steigt. Darin waren sich die Experten in Baden-Baden ebenso einig wie in der Überzeugung, dass zumindest die 20 größten Rückversicherer angesichts ihrer hohen Kapitalpolster Schäden bis zu 30 Mrd. Dollar stemmen können. Nach Einschätzung der Ratingagentur…