Erschienen in Ausgabe 11-2019Märkte & Vertrieb

Sanierung fehlgeschlagen

Wohngebäude steckt in den roten Zahlen fest

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Branchenweit sind die Wohngebäudeversicherer 2018 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Die Sanierungsversuche der letzten Jahre mit Kündigungen und Beitragserhöhungen haben offensichtlich nicht ausgereicht. Die Schaden- und Kostenquote in der verbundenen Gebäudeversicherung (VGV) ist auf 102,44 (95,36) Prozent hochgeschnellt. Dagegen hat sich die Sparte Hausrat im vergangenen Jahr versicherungstechnisch verbessert: Im Durchschnitt wurden je Euro Prämie gut 27 Cent verdient. Dies zeigt die aktuelle Marktauswertung der Kivi GmbH Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste. Die 64 (66) VGV-Anbieter haben in den letzten Jahren die Prämien kräftig auf brutto 377,82 (356,52) Euro im Durchschnitt erhöht. Seit 2011 ist die verdiente Bruttoprämie im direkten Geschäft laut der vom Kivi erfassten Marktdaten um rund ein Drittel gestiegen. Doch diese Preiserhöhungen, die 2018 die Gesamtprämie bei nahezu konstantem Bestand um 6,05 % auf 7,131Mrd. Euro steigerten, haben offensichtlich nicht ausgereicht, die nachhaltig auskömmlich zu gestalten. Vor allem wegen der vielen Frequenzschäden bei Leitungswasser ist die VGV im Zeitablauf sehr viel defizitärer als die stets kritisch betrachtete Kraftfahrtversicherung. Mit 75,13 (68,13) % hat sich die Brutto-Schadenquote 2018 deutlich erhöht. Die Betriebskostenquote ist trotz Automatisierungs- und Digitalisierungsbemühungen – oder vielleicht gerade wegen der entsprechenden Investitionen – leicht auf durchschnittlich 27,3 (27,23) % Prozent gestiegen.

Bei nicht allen VGV-Anbietern steht dieses Geschäft „unter Wasser“. Sieben der 15 Größten erzielten auch 2018 versicherungstechnische Gewinne, wie die Tabelle zeigt. Ohne die Allianz Versicherung AG, die immerhin rund ein Siebtel des Geschäfts zeichnet, kommt der Markt auf eine Combined Ratio von 101,6 (93,9) % – dabei wäre die Durchschnittsprämie ohne Allianz mit 372,55 (354,22) Euro sogar leicht günstiger.

Rang (Vorjahr)EinzelgesellschaftPrämie in Millionen Euro *Schadenquote in Prozent **Betriebskostenquote(Prozent)**Schaden-/Kostenquote **
1(1)Allianz Versicherungs-AG36738,936,875,7
2(2)Axa Versicherung AG17137,734,872,5
3(3)R+V Allgemeine1344537,782,7
4(5)Huk Coburg VVaG 13143,616,359,9
5 (4)Generali Versicherung AG12336,635,872,4
6(6)Ergo Versicherung AG12234,842,777,5
7 (7)Aachen Münchener Vers. AG11735,93772,9
8 (8)LVM a.G.11531,834,866,6
9 (9)DEVK Allg. Vers.-AG10534,637,271,8
10 (10) Württembergische Vers. AG9532,636,469
11 (12)Debeka Allgemeine Vers. AG9038,5407