Quelle: Edward Lich/ Pixabay
Erschienen in Ausgabe 11-2019Politik & Regulierung

Noch nicht satt

Sieben Geschäftspotenziale für ein dynamischeres Wachstum im Rechtsschutz

Von Andreas HeinsenVersicherungswirtschaft

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Rechtsschutz ist mit einer Marktdurchdringung von 45% kein Verdrängungsmarkt, erst recht nicht, wenn man auf die ausbaubare Produktdurchdringung je Haushalt, die Alterskohorten und in den Bereich der Firmenkunden blickt. Die Sparte muss sich für den Erhalt ihrer 22 Millionen Verträge und der Erschließung neuen Wachstums zu einem digitalen Jursurtech, mit smarten kundenaffinen Rechtsdienstleistungen und Rechtsschutzprodukten für alle Vertriebswege und Kundensegmente weiterentwickeln, auch um den neuen Angeboten der JurTechs, digitalen Versicherern und Internetanwalts-fabriken aktiv zu begegnen. Die deutschen Rechtsschutzversicherer sind 2018 wiederum stark auf 4,12 Milliarden Euro (+4,2% / 2017:+4,0%) gebuchten Beitrag gewachsen, sehen sich aber aufgrund stagnierender Kundenzahlen, rückläufiger Haushaltsabsicherungsquoten, schrumpfenden Vertriebspartnereinheiten in der Ausschließlichkeit sowie digitalen Angriffen von JurTechs, Internetanwaltskanzleien und neuen Online-Inkassodienstleistern großen Herausforderungen für ihr zukünftiges Geschäftsmodell ausgesetzt. Jetzt heißt es den nächsten Sprung vom reinen Kostenversicherer - mit ein bisschen Service - zum professionellen und digitalen Rechtsdienstleister mit Versicherungsschutz als JurSurTech zu schaffen und den hybriden Ausbau der telefonischen und digitalen Rechtsassistance in den Mittelpunkt der Geschäftsfeld- und Produktentwicklung zu stellen.

Quelle: Örag

Innovationskraft ausbaufähig

Das aktuelle GDV-Zahlenwerk bestätigt, dass die Branche mit einem Beitragsplus von 21% gut durch das KostRMG 2013, das Belastungen bei Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20% in den einzelnen Risikosegmenten gebracht hat, gekommen ist. Auch die Kumulschäden des Dieselabgasskandals und des sehr teuren Widerrufsjokers für Darlehens- und Lebensversicherungsverträge wurden in den Bilanzen der meisten Versicherer bisher gut verkraftet. Mit einer Schadenquote von 68% weisen die Rechtsschutzversicherer für 2018 den  Bestwert seit 1991 aus. Wesentlich dazu beigetragen hat auch die positive Stornoentwicklung. Bereits 2017 ging die Storno-Quote stark auf 7,2% zurück, 2018 stürzte sie dann auf den 10-Jahresbestwert von 6,2% ab. Bleibt somit die Erkenntnis, dass es auch die sich wirtschaftlich sicher füllenden Kunden waren, die den Rechtsschutzversicherern – trotz mehrfacher Prämienerhöhung – treu geblieben sind. Die ersten Indikatoren für 2019 sprechen dafür, dass sich dieser für die Versicherer positive Trend, mit entsprechender…