Erschienen in Ausgabe 11-2019Schlaglicht

Blaue Riesen, gelbe Übermächte, im Schicksal vereint

Der Kampf um Autokunden ist wieder voll entbrannt. Vor allem die Giganten Huk-Coburg und Allianz ringen heftig um Marktanteile. Kleine Versicherer ziehen mit. Nutznießer dieser Entwicklung könnten Onlinemakler sein, die Vergleichsportale betreiben.

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Die Macht der Onlinemakler, die Vergleichsportale betreiben, wird mit jedem öffentlichen Signal rund um die Kfz-Versicherung gestärkt. Das zwingt Vermittler proaktiv zu reagieren, denn die Autoversicherung entwickelt sich längst immer mehr zur Ausstiegssparte. Eine ganze Reihe von Kfz-Versicherern haben ihre Tarife seit September neu kalkuliert. Aktiv wurden nach Schätzungen von Branchenexperten rund zwei Drittel der rund 90 Kfz-Versicherer am Markt. Einen Trend zu höheren Prämien kann man dabei aber nicht ausmachen, wie Stichproben über das Maklervergleichsprogramm Nafi zeigen. Tatsächlich scheint der Wettbewerb eher wieder anzuziehen. Das beobachtet auch Christian Paul Sooth, Vorstand des Direktversicherers Verti. Er kommt zu dem Schluss: „Spielraum für Prämienanpassungen gibt es in der Wechselsaison 2019 kaum.“ Ein Grund: Seit dem 1. Oktober ist die Allianz Direct aktiv. Mit dem Motto: „Es ist soweit, deine Zukunft bricht an… Die günstige Direktversicherung der Allianz“, wirbt das Unternehmen um die Gunst der Kunden. Der bisherige Name Allsecur wurde aufgegeben. Außerdem sollen viel schnellere Prozesse - vom Online-Abschluss bis zur fotobasierten Schadenregulierung – internetaffine junge Fahrer ansprechen. Laut Allianz Direct Vorstand Harald Boysen soll das fast „ohne Kannibalisierung“ bei der Mutter möglich sein (siehe Interview Seite 24). Mit starkem Namen und günstigen Prämien soll der Marktanteil erweitert werden. Nach unserem ersten Vergleich – der über die Online-Seite der Allianz Direct und dem Nafi-Maklerprogramm erfolgte – liegen die Prämien im unteren Drittel des Marktes. Je nach Profil sind sie zwischen 20 und 25 Prozent günstiger als der Tarif „Komfort“ der Allianz. Trotzdem sind die Angebote somit immer noch teurer, als günstige Tarife der Huk24 oder der Huk-Coburg sowie einiger anderer Anbieter, die derzeit eine recht aggressive Preispolitik betreiben – wie beispielsweise die Verti-Versicherung. Die Allianz wird es also weiterhin schwer haben, den Marktführer Huk-Coburg von seinem Rang zu verdrängen. Immerhin hat der fränkische Versicherer mittlerweile deutlich über 12 Millionen versicherte Fahrzeuge in Bestand. Die Allianz kommt inklusive des neuen Partners ADAC auf rund 9,3 Millionen Fahrzeuge.

Smart-Tarife kaum wettbewerbsfähig

Insgesamt sind die beiden Giganten recht „gesund“. Ein klein wenig hat aber tatsächlich die Allianz wirtschaftlich die Nase vorne. Auch wenn es 2018 bei der Allsecur einen kleinen Vertragsabrieb von 1,1 Prozent…