Erschienen in Ausgabe 11-2019Köpfe & Positionen

Vorsicht „UVO“

Von Andrea Brock, General Manager Germany bei QBE

Von Andrea BrockVersicherungswirtschaft

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Wir spüren den hohen Veränderungsdruck, den Digitalisierung und Globalisierung sowie der rasante technologische Fortschritt erzeugen. Die drei wesentlichen Herausforderungen dabei sind: Tragfähige Lösungen für unvorhersehbare Risiken im Zusammenhang mit teilweise unbekannten Versicherungsobjekten zu entwickeln, hochkomplexe Risikogeflechte globaler, vernetzter Industriekunden in allen Dimensionen zu verstehen und mit sinnvollen Lösungen abzudecken und Innovationszyklen drastisch zu verkürzen, um schnell auf die rasante Veränderung der Industrielandschaft reagieren zu können.

Die Digitalisierung und die rasante Entwicklung von Innovationen und Technologien im Bereich Industrie 4.0 führen zu vielfältigen neuen Anforderungen an Risikomanagement und Versicherungsschutz. Beinahe täglich gibt es Innovationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Smart Technology etc., die fortschrittliche Anwendungen ermöglichen – aber auch neue Risiken bergen. Daneben gibt es für Unternehmen zahlreiche weitere Risikofaktoren: die Klimakrise, der geplante Kohleausstieg in Deutschland, politische Unbeständigkeiten, die starke Abhängigkeit in inter­nationalen Lieferketten, die Zunahme von Extremwetterereignissen – um nur einige zu nennen.

Immer häufiger werden wir mit einem „UVO“ konfrontiert sein: einem „Unbekannten Versicherung-Objekt“. Die mit einem neuartigen Versicherungsgegenstand verbundenen Risiken sind oft nur noch schwer einschätzbar. In manchen Bereichen haben wir es bereits heute mit völlig unbekannten Risiken zu tun, die eine realistische Festsetzung von Prämien im Grunde unmöglich machen. Wir verzeichnen zum Beispiel ein stetig steigendes Interesse im Bereich D&O, da hier eine erhebliche Risikosensibilisierung stattfindet. Gleichzeitig sind wir mit immer höheren Schadensfrequenzen und -höhen konfrontiert, denn Fehlverhalten von Managern und Führungskräften zieht heute weitere Kreise als zuvor. Darunter sind zunehmend unkalkulierbare Ansprüche, so dass das aktuelle Prämienniveau im Verhältnis zum Deckungsumfang oft noch deutlich zu niedrig ist. Ebenfalls viele Unbekannte sind mit der Internationalisierung von Unternehmen verbunden. Angesichts der unsteten politischen Lage sehen wir zum Beispiel substanzielle US-Exponierung aktuell kritischer als bisher. Auch der Brexit ist eine Entwicklung mit zum Teil unvorhersehbaren Folgen. Wir rechnen momentan beispielsweise mit erhöhtem Risiko für die Just-in-time-Produktion vieler OEMs durch längere…