Erschienen in Ausgabe 11-2019Politik & Regulierung

Mehr Feingefühl, bitte

Whole-Brain Leadership in der Versicherungsbranche

Von Rouven Fuchs und Anna-Lena GrimmVersicherungswirtschaft

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Nie zuvor waren Versicherungsunternehmen größerem Druck aufgrund von disruptiven Entwicklungen durch neue Technologien ausgesetzt oder sahen sich mit derart innovativen neuen Akteuren konfrontiert. Die niedrigen Markteintrittsbarrieren für branchenfremde Wettbewerber haben dazu geführt, dass viele Versicherer ihre Marktposition überdenken und sich neu ausrichten. Top-Manager berichten, dass die Geschwindigkeit, Komplexität und Intensität von Arbeit und Prozessen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen haben und erwarten, dass sie weiter steigen werden. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat dies 2018 bei seiner Rede anlässlich des alljährlichen Weltwirtschaftsforums in Davos auf den Punkt gebracht, als er sagte, dass die Geschwindigkeit der Veränderung noch nie so hoch war wie heute und niemals wieder so langsam sein wird. (Im Original: „The pace of change has never been this fast, yet it will never be this slow again“.)

Die Bedeutung datengetriebener Geschäftsmodelle und damit die Nachfrage nach Analytics-Lösungen ist durch diesen Neufindungsprozess massiv gewachsen. Aufgrund der gestiegenen und sich rapide verändernden Erwartungen einzelner Kundensegmente legt zudem der Bedarf an kundenzentrierten Geschäftsprozessen zu, die an den Bedürfnissen der einzelnen Kundensegmente ausgerichtet sind.

Hinzu kommt, dass sowohl Kunden als auch Mitarbeiter sämtliches Handeln ihres Institutes und seiner Führungsriege zunehmend kritisch beobachten und öffentlich bewerten. Diese Art der Einflussnahme erfordert – gerade in der teilweise noch sehr traditionell ausgerichteten Versicherungsbranche – ein Umdenken und eine neue Herangehensweise, wie Arbeit organisiert und orchestriert wird. Kunden und Mitarbeiter auf diese Reise mitzunehmen, wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor, wenn es um nachhaltiges zukünftiges Wachstum geht und damit zu einer Kernherausforderung für die Führungskräfte der Versicherungswirtschaft.

Der Veränderungsdruck steigt

Diese unterschiedlichen disruptiven Einflüsse führen zu Multiplikationseffekten und setzen Führungskräfte auf allen Ebenen, vor allem aber die Top-Manager, mehr denn je unter Druck.  Damit Versicherungen in diesen von Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit geprägten Zeiten nicht nur mithalten, sondern nachhaltig wachsen können, müssen Top-Manager nach neuen Lösungen suchen. Dazu gehört nicht nur, ihre Organisation, sondern auch sich selbst kontinuierlich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Sie müssen außerdem für…