Versicherungswirtschaft: 11/2019
11-2019
11-2019
November 2019
Dr. Dirk Solte
Briefing
Das Risiko fährt mit

Im ITF, dem International Transport Forum der OECD, werden die Mobilitätsentwicklungen über alle Sektoren hinweg analysiert und prognostiziert. Für Versicherer kann sich ein Blick in das umfangreiche Zahlenwerk und die verschiedenen Zukunftsszenarien, die im Transport Outlook publiziert werden, für die eigenen Strategieüberlegungen lohnen.

Weltweit wird sich der Transportbedarf, gemessen in Personen-Kilometern, in den nächsten 30 Jahren auf über 120 Billionen gegenüber 44 Billionen im Jahr 2015 verdreifachen. Davon werden ca. 85 Billionen auf den Straßen, 15 Billionen auf der Schiene und 22 Billionen in der Luft stattfinden. In den OECD-Ländern wächst der Gesamtbedarf dabei „nur“ um 50 Prozent von 20 auf 30 Billionen. Das Wachstum in China und Indien wird auf ein Plus von 300 Prozent, von 11 auf dann über 40 Billionen prognostiziert. In den Städten wird sich dabei die Zunahme verstärkt auf Shared Mobility und öffentliche Transportmittel fokussieren. Letztendlich, weil die Infrastrukturen dem gesamten Individualverkehrsbedarf einer um mehr als 2,5 Milliarden auf dann fast 7 Milliarden gewachsenen Stadtbevölkerung kaum gerecht werden können. So wird sich die Fahrzeugflotte wohl „nur“ von ca. einer Milliarde auf zwei Milliarden bis 2030 und drei Milliarden bis 2050 vergrößern, davon dann eine Milliarde in China und Indien. Das ist sicher ein herausforderndes Umfeld für die Gewährleistung von Zukunft für die im Jahr 2050 zu erwartende weltweite Gesamtbevölkerung von etwa 10 Milliarden Menschen durch entsprechende Versicherungslösungen.

Die Frachtmobilität wird in Tonnen-Kilometern berechnet. Die Projektionen zeigen eine ähnliche Entwicklungsdynamik auf. Der Transportbedarf wird von ca. 109 Billionen auf über 350 Billionen zunehmen. Davon wird der größte Anteil von 75 Prozent über See- und Binnengewässer verschifft, 17 Prozent werden über Straßen und 7 Prozent über die Schiene abgewickelt. Der Luftverkehr konzentriert sich auf teure Produkte. Gemessen am Wert der mit Flugzeugen transportierten Gütern liegt deren Anteil am globalen Handel aber bei 35 Prozent. Nahezu 90 Prozent des B2C-Commerce wird über den Luftweg transportiert.

Auch dieses Wachstum ist eine Herausforderung; ein einfaches Beispiel: Da sinkende Pegelstände wie im vergangenen Jahr in Europa durchaus Auswirkungen auf die Transportkapazität der Binnenschifffahrt haben, die 2 Prozent der globalen Frachtmobilität abwickelt, kann hier eine spezielle Nachfrage von Versicherungsleistungen liegen.

Was kommt auf uns zu? In einem „derzeitigen Ambitionsszenario“, dass die im Rahmen des Pariser Abkommens abgegebenen nationalen Klimaaktionspläne zur CO2-Reduktion zugrunde legt, würden sich die Emissionen von 7.200 Megatonnen auf 11.500 Megatonnen pro Jahr erhöhen und damit deutlich über den 3.000 Megatonnen liegen, die als Maximum für die Erreichung des 2-Grad-Ziels betrachtet werden. Selbst ein alternativ betrachtetes Szenario hoher politischer Ambitionen, das den Einsatz aller bislang bekannten Maßnahmen und Technologien des Wandels umfasst, liegt mit einer erreichbar erscheinenden Reduktion auf 5.000 Megatonnen noch über dem Limit. Das Fazit des ITF: Disruptionen werden nötig sein - Entscheidungsträger sollten sich darauf vorbereiten.

Ihr

Dirk Solte

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