Frei & Fair Finanzmakler GmbH
Frei & Fair Finanzmakler GmbHQuelle: Ralf Scheffner
Erschienen in Ausgabe 10-2019Schlaglicht

„Viele bei der DVAG leben in einer Blase“

Reichtum und ein glanzvolles Leben – davon träumte Ralf Scheffner als er bei der Deutschen Vermögensberatung einstieg. Ein Gespräch über Hoffnung und Enttäuschung im Vertrieb.

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Vor einigen Monaten berichteten Sie dem SPIEGEL kritisch vom Innenleben der DVAG aus Ihrer persönlichen Perspektive. Wie waren die Reaktionen darauf?

Echte Drohungen habe ich keine erhalten. Ganz am Rande habe ich einzelne kritische Stimmen in Internetforen vernommen. Davon dürften die meisten allerdings grundsätzlich reflexartig ablehnend auf jede Kritik an der DVAG reagieren. Nach den ganzen Jahren, in denen die DVAG mit diversen Prozessen versucht hat, mich mundtot zu machen, empfinde ich es geradezu als meine Verpflichtung, derartiges Geschäftsgebaren öffentlich zu machen.

Wie kam es eigentlich zu Ihrer Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung?

Unmittelbar nachdem ich von einer DVAG-Beraterin kalt kontaktiert wurde, habe ich dort angefangen. Vorher kannte ich diesen Laden gar nicht. Recht bald nach meinem Eintritt habe ich viel Kritik an der DVAG vernommen. Da war ich dann allerdings schon im Stukkimodus und habe jede Kritik ignoriert.

Dies trifft sicherlich zu. Gerade bei solchen Schwergewichten wie der DVAG ist es allerdings auch so, dass von den Anhängern jede Menge Propaganda im Netz platziert wird, so dass es für den Außenstehenden oft gar nicht so leicht ist, sich da zu orientieren. Als ich noch DVAG-Vermögensberater war, hat mir einmal ein Direktionsleiter folgendes gesagt: Wenn man nicht überzeugen kann, muss man verwirren. Ich habe den Eindruck, dass viele Vermögensberater bei der immer stärker um sich greifenden Desinformation im Netz kräftig mitmischen. Da muss man nur einmal beispielsweise bei Youtube den Begriff DVAG eingeben….

Glauben Sie, dass sich die Bedingungen heute von den Jahren unterscheiden als Sie dort noch arbeiteten?

Davon gehe ich aus. Aufgrund der stärkeren staatlichen Reglementierung des Marktes für Finanzberater gibt es bei der DVAG wohl fast keine Nebenberufler mehr. Damit werden die Bedingungen, für DVAG-Berater strukturvertriebstypisch neue Berater anzuwerben und von deren Geschäft zu partizipieren, schwieriger. Wahrscheinlich können viele DVAGler nur noch überleben, weil sie ihren Kunden nun auch noch Gas- und Stromverträge verkaufen. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass viele bei der DVAG in einer Blase leben und gar nicht wahrnehmen, dass die Bedingungen am Markt beispielsweise für freie Finanz- und Versicherungsmakler viel besser sind.

Kritikern stehen auf der anderen Seite viele gegenüber, die an der „DVAG-Gemeinschaft“ festhalten und die dortigen Bedingungen als „normal“ empfinden. Wie erklären Sie