Quelle: janeb13/ Pixabay
Erschienen in Ausgabe 10-2019Märkte & Vertrieb

Schöne alte Arbeitswelt?

Das Personal der Finanzbranche steht heute mächtig unter Druck. Ansprüche von Kunden wie Arbeitgebern nehmen gleichermaßen zu. Dem Angestellten bleibt da nur eins: er muss liefern.Ein Risikobericht zur New-Work-Bewegung.

Von Dr. rer. nat. Ruth Klüser und Ina NeitznerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Prägend für die Brache ist das Bankensterben infolge einer kostenintensiven Bankenregulierung und aufgrund des steigenden Wettbewerbsdrucks durch branchenfremde Unternehmen, die klassische Bankdienste übernehmen. Auch die Versicherungsbranche hat einen Rückgang der Beschäftigten zu verzeichnen: Nach der aktuellen Erhebung des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland e. V. (AGV) ist die Gesamtzahl der Beschäftigten in den Versicherungsunternehmen im Jahr 2017 um 1,2 % auf 204.700 gesunken. Das Risikoobservatorium der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist ein Früherkennungssystem für Trends in der Arbeitswelt. Alle fünf Jahre stellen sich dafür Präventionsfachleuten der gesetzlichen Unfallversicherung einer Online-Befragung. Die Tabelle zeigt, welche aktuellen Trends die Sicherheit und Gesundheit in der Branche „Banken, Sparkassen, private Versicherungen“ laut Umfrage in der nahen Zukunft beeinflussen werden.

RangEntwicklung
1Raubüberfälle, terroristische Anschläge, Amokläufe
2Arbeitsverdichtung, längere Arbeitszeiten, Verantwortungsausweitung
3Seelische Gewalt
4Flexibilisierung von Arbeit
5Arbeitsplatzunsicherheit, prekäre Arbeitsverträge
6Emotionale Anforderungen bei versicherten Tätigkeiten
7Körperliche Gewalt bei versicherten Tätigkeiten
8Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), vernetzte Automatisierung, auch für mobile Arbeit
9Cyberangriffe
10Notwendigkeit zum lebenslangen, interdisziplinären Lernen

Anspruch des Kunden steigt

Das Finanzgewerbe gehört zu den am stärksten digitalisierten Bereichen, die Internetdurchdringung der Gesellschaft beeinflusst viele Geschäftsprozesse. Die Digitalisierung betrifft nicht nur die Strategie des Managements, sondern stellt auch hohe Anforderungen an das Personal. So müssen Unternehmen eine aussagekräftige, stets aktuelle und sogar interaktive Internetpräsenz bieten und den steigenden Anforderungen an ihre Leistungs- und Produkttransparenz entsprechen. Denn die Kundschaft erwartet, dass sie Banken- und Versicherungsprodukte online erwerben und Servicedienstleistungen über neue Kommunikationskanäle beanspruchen kann. Auch die Erwartung der Kundschaft an die Produktqualität steigt, da Fachwissen über Konditionen, Leistungen und Preise leicht über Blogs und Vergleichsportale verfügbar ist. Nicht zuletzt sind die Nutzung von Social Media und die Multi-Channel-Ansprache der Klientel unverzichtbar. Dafür ist Fachwissen notwendig, beispielsweise Reputations- und Social-Media-Management oder…