Place du Casino: Seit 1957 kommen die Manager zum Rückversicherungstreffen nach Monte Carlo - zur Kontaktpflege unerlässlich. 
Place du Casino: Seit 1957 kommen die Manager zum Rückversicherungstreffen nach Monte Carlo - zur Kontaktpflege unerlässlich. Quelle: cpt
Erschienen in Ausgabe 10-2019Unternehmen & Management

Rückversicherung royal

Fünf Lehren vom Rendez-Vous de Septembre in Monte Carlo

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Die Rückversicherer wittern nach zwei Katastrophenjahren und Hurrikan „Dorian“ die Chance auf höhere Prämien. Bei der Vertragserneuerung zum Jahreswechsel dürfte Rückversicherungsschutz für Erstversicherer im Schnitt um zwei bis fünf Prozent teurer werden, sagte Hannover-Rück-Vorstand Sven Althoff voraus. „Wir sind etwas optimistischer als im vergangenen Jahr", sagte der Manager. Ihm zufolge profitiert die Hannover Rück davon, dass Versicherer die Prämien bei ihren Kunden erhöhten und der Rückversicherer einen festen Anteil der Einnahmen erhält. Aber auch bei vielen Verträgen, bei denen der Rückversicherer erst ab einer gewissen Schadenshöhe einspringt, hätten die Prämien angezogen. Bei ihrem jährlichen Treffen im Fürstentum Monaco sondierten Rückversicherer wie Munich Re,Swiss Re, Hannover Re oder Scor mit ihren Kunden Preise und Konditionen für die Vertragserneuerung zum bevorstehenden Jahreswechsel.

Das erste Halbjahr 2019 ist mangels größerer Cat-Nat-Schäden im Gegensatz zu den Jahren 2017 und 2018 gut verlaufen – sieht man von Swiss Re ab, welche es im ersten Halbjahr 2019 auf eine Combined Ratio von 100,5 Prozent gebracht hatte. Eine Folge von Nachreservierungen für Typhoon Jebi in Japan. Hurrikan Dorian dürfte die Assekuranz weniger als 10 Mrd US-Dollar kosten, hätte bei einem etwas anderem Verlauf aber auch das Potenzial für 50 Mrd US-Dollar an Marktschaden gehabt. Typischerweise können Rückversicherer nach schweren Katastrophen zumindest in betroffenen Gebieten höhere Prämien durchsetzen. Für Preiserhöhungen auf breiter Front brauche es aber immens hohe Schäden, erklärte Analyst Robert DeRose von der auf Versicherungsbranche spezialisierten Ratingagentur A.M. Best. Die Katastrophenschäden von 2017 und 2018 - zusammen rund 200 Milliarden US-Dollar - hätten dazu jedenfalls nicht ausgereicht. Denn die Rückversicherer sitzen immer noch auf einem komfortablen Kapitalpolster. Dadurch gibt es weiterhin ein hohes Angebot an Rückversicherungsschutz, und die Nachfrage kommt nicht mit. Hinzu kommt Konkurrenz durch branchenfremde Investoren wie Pensions- und Hedgefonds, die durch Investitionen etwa in Katastrophenanleihen in dem Geschäft mitmischen.

Steile Kurven, enge Perspektiven: Die steigenden Preise, die die Rückversicherer nach zwei Jahren mit hohen Schäden aus Naturkatastrophen zuletzt wieder am Markt durchsetzen konnten, dämpfen den Reformdruck.
Steile Kurven, enge Perspektiven: Die steigenden Preise, die die Rückversicherer nach zwei Jahren mit hohen Schäden aus Naturkatastrophen zuletzt wieder am Markt durchsetzen konnten, dämpfen den Reformdruck.Quelle: cpt

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