Erschienen in Ausgabe 10-2019Märkte & Vertrieb

Indexfonds auf Siegeszug   

Verglichen mit anderen Finanzinstrumenten des Kapitalmarkts sind sie gerade einmal dem Kindesalter entwachsen: die passiv gemanagten Investmentfonds – kurz ETFs. Ihre Attraktivität steigt zunehmend, nicht nur unter Privatanlegern, sondern auch als wichtige Komponente zahlreicher Versicherungsprodukte.

Von Peter HermannVersicherungswirtschaft

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In diesem Zusammenhang erklärt Thorsten Dasbach, Abteilungsleiter Private Altersvorsorge bei ERGO: „Im Bereich Altersvorsorge und Risikoabsicherung konzentriert sich die ERGO Vorsorge auf die Entwicklung und Verwaltung kapitalmarktnaher und biometrischer Produkte. Bei unseren fondsgebundenen Rentenversicherungen können die Kunden aus einem Portfolio von über 60 Fonds namhafter Anbieter bis zu zehn Zielfonds für ihre Fondsanlage auswählen und bleiben mit variablen Wechselmöglichkeiten flexibel. Darunter befinden sich selbstverständlich u.a. auch ETFs, die verschiedene Indizes abbilden. Bei der klassischen Kapitallebensversicherung spielen ETFs hingegen keine Rolle, da die Beiträge in den Deckungsstock fließen und die Anlage in langlaufende, festverzinsliche Wertpapiere erfolgt.“

 

Der Gedanke, Indizes nachzubilden und entsprechende Finanzprodukte an der Börse zu notieren, kam um 1970 in den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Der erste Anbieter eines ETFs war die Vermögensverwaltung State Street Global Advisors, deren Standard & Poor´s Deposittary Receipt auch heute noch mit einer Marktkapitalisierung von rund 90 Mrd. US-Dollar zu den volumenstärksten Indexfonds der Welt gehört. Als wahrer Pionier der Index-basierten Fonds gilt jedoch der Anfang dieses Jahres verstorbene US-Finanzguru John Bogle. Seine 1976 gegründete Fondsgesellschaft Vanguard zählt heute neben Blackrock und State Street zu den Marktführern der ETF-Branche. Bogle soll einmal – selbstverständlich im Kontext zu den ETFs – sinngemäß gesagt haben, dass man nicht die Nadel erwerben, sondern besser gleich den ganzen Heuhaufen kaufen solle. Und bei durchschnittlichen jährlichen Renditen von etwa sieben Prozent können Indexfonds tatsächlich für viele weniger erfahrene bzw. risikobereite Anleger ein gangbarer Weg sein. Mit dem Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts steigerte sich die Bedeutung der ETFs. Denn damals erhielten die Gründerväter und Initiatoren des passiven Investierens, William Sharpe, Harry Markowitz und Merton Miller den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, der ihr Lebenswerk würdigte. Damit setzte sich in vielen Ländern ein stärkeres Bewusstsein für die Vorteile passiv ausgerichteter Indexfonds durch.

1996 kamen die ersten ETFs in den Handel, die die Performance einzelner Länder mit Hilfe von Körben (Baskets) abbildeten. Zur Jahrtausendwende mit dem Erstarken des Internets erfolgte der eigentliche Durchbruch der Investmentidee, als ETFs in Deutschland, in…