Erschienen in Ausgabe 1-2019Trends & Innovationen

Zurich zieht Kriegsklausel und verweigert Zahlung

Von VW-Redaktion

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Notpetya ist mit einem geschätzten Gesamtschaden von bis zu 10 Mrd. Dollar bislang der Negativ-Rekordhalter für die teuerste Malware-Attacke in der Geschichte des Internets. Damit übertrifft die Schadenssumme die Folgen realer Naturkatastrophen. Betroffene Unternehmen hatten Ausfall-Policen gegen Hackerangriffe abgeschlossen und hoffen jetzt auf Ausgleichszahlungen. Darunter US-Lebensmittelhersteller Mondelez, der durch Marken wie Milka und Toblerone bekannt ist und einen Schaden von über 100 Mio. Dollar beklagt - inklusive Umsatzausfall. Gegen diesen Schaden war der US-Konzern zumindest teilweise bei der US-Tochter der Zurich Gruppe versichert. Die Schweizer verweigerten jedoch die Zahlung, weil „Notpetya“ nicht das Werk irgend einer kriminellen Hackergruppe war, sondern als direkte Attacke eines Staates gegen einen anderen geplant wurde. Die Schäden seien als Kollateralschäden eines Angriffs mit einer Kriegswaffe zu bewerten und deswegen nicht versichert. Mondolez hat die Zurich verklagt, der Prozess beginnt Anfang dieses Jahres.

Quelle: Zurich Deutschland / Helmixx. agency
Zahl des Monats: Die gesamtwirtschaftlichen Schäden aus Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Katastrophen lagen 2018 bei rund 155 Mrd. Dollar. Die versicherten Schäden betragen laut Swiss Re 79 Mrd. Dollar.