Erschienen in Ausgabe 1-2019Unternehmen & Management

Hoffnung für den Markt

Politische Führung macht Börsengang des chinesischen Sachversichers PICC zum Zeichen wirtschaftlicher Stärke

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Normalerweise hat ein erfolgreicher Börsengang keine politische Bedeutung. Aber der Mitte November 2018 erfolgte Gang auf das Parkett des größten staatlichen Sachversicherers PICC ist durchaus bedeutsam für die Politik. Die Börsennotierung in Schanghai hat 732 Mio. Euro an frischem Kapital in die Kassen der PICC gespült. Großer symbolischer Bedeutung wird die Anwesenheit des Shanghaier Oberbürgermeisters bei der Zeremonie für die PICC zugemessen. Man spricht von Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Die Regierung braucht angesichts des Handelsstreites mit den USA dringend den Optimismus der Bevölkerung. Dank der gestiegenen Exporte, auch in die USA, hat die chinesische Wirtschaft zwar bisher keine nennenswerten Schäden erlitten. Das Problem war vielmehr die mentale Einstellung der Marktakteure. Viele Investoren halten sich derzeit mit weiteren Engagements am Finanzmarkt zurück. Seit dem Anfang des Handelsstreites sind die chinesischen Börsenindizes fast 20 Prozent gefallen. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass der gelungene Börsengang der PICC für die politische Führung ein willkommenes Ereignis ist.

In der hart umkämpften chinesischen Finanzwelt ruft fast jede einigermaßen gelungene Innovation in kürzester Zeit einen Mitbewerber auf den Plan. Vor einigen Monaten hat die Ant Financial Service Group, ein Tochterunternehmen von Alibaba, eine neuartige Dread Disease Versicherung eingeführt. Diese verlangt keine Beitragsvorauszahlung, sondern legt alle zwei Wochen die gesamten Leistungskosten auf jeden Kunden um. Jeder, der unter 60 Jahre alt ist und bei Zhima Credit, einem Bonitätsprüfungsdienst ebenfalls von Alibaba, mindestens 650 Punkte erreicht, kann die Versicherung abschließen. Berichten zufolge haben innerhalb von neun Tagen nach der Einführung ca. 10 Mio. Personen Verträge abgeschlossen. Die Mitbewerber schlafen jedoch nicht. Kurz darauf hat die Internethandelsplattform JD ein ähnliches Produkt auf den Markt gebracht. Um einen Tick besser als die Ant Group zu sein, hat JD die Altersobergrenze auf 70 Jahre erhöht und die gedeckten Dread Diseases auf einhundert erweitert. Das Wetteifern hat die Finanzaufsichtsbehörde CBRC auf den Plan gerufen. Die CBRC zählt etliche Verstöße von JD gegen die Versicherungsgesetze auf und verfügte einen Verkaufsstopp gegen JD.

Internet of Things reformiert Versicherung 

In der ostchinesischen Stadt testet der größte Sachversicherer PICC ein als „Insurance plus Service“ bezeichnetes neues…