Montage in der Nordsee im Testfeld alpha ventus 
Montage in der Nordsee im Testfeld alpha ventus Quelle: © Doti / Matthias Ibeler
Erschienen in Ausgabe 9-2018Schlaglicht

Operation Prävention

Wenn Materialschäden zu Betriebsunterbrechungen führen, bedarf es besonderer Spezialisten, die eine genau Analyse vornehmen.  Ziel ist es, aus den gesammelten Erkenntnissen richtungsweisendes Wissen für die Zukunft zu gewinnen.

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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Abgebrannte Windkraftanlagen, geborstene Antriebswellen oder explodierte Leitungsrohre. Industrieproduktion ist hochkomplex, mit Risiken behaftet oder manchmal sogar gefährlich. Damit man im Schadenfall auch wirklich weiß was letztlich zum Ausfall geführt hat um daraus zu lernen, Systemfehler zu erkennen um gegebenenfalls auch Bauteile zu verbessern, hat die Allianz - gemäß dem inoffiziellen Motto der Versicherungswirtschaft: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste"  - schon vor mehr als acht Jahrzehnten eine eigene "Materialprüfungsanstalt" in Berlin aufgebaut. Allianz Zentrum für Technik (AZT) heißt die Einrichtung seit 1969, sie ist heute eine Einheit der Allianz Global Corporate Speciality SE (AGCS). Vor genau zehn Jahren wurde zudem die Kooperation mit der Gesellschaft für Werkprüfungen (GWP) zur Optimierung der gesamt-betriebswirtschaftlichen Abläufe und Investitionen geschlossen. Heute bietet das AZT technische Unterstützung für Risikoingenieure, Schadenregulierer und auch externen Kunden der AGCS. Die Dienstleistungen reichen dabei von der technischen Schadenanalyse bis hin zu prototypischen Risiken. Daneben wird die Regulierung im Schadenfall unterstützt und neue Versicherungslösungen erarbeitet. Das alles im Dienste der Prophylaxe und der Sicherheit am Arbeitsplatz. Denn die hier angelieferten Bauteile, Fragmente meist, beweisen einmal mehr das Gesetz von Murphy: Was schief gehen kann, geht auch schief.

Putzlappen legt Maschinenraum lahm

Die Ursache war eigentlich ganz simpel: Nach erfolgter Wartungsarbeit an einer Turbine hatte der ausführende Inspekteur lediglich seinen Putzlappen im Maschinenraum liegen gelassen - mit dramatischen Folgen beim Wiederanfahren der Anlage: Obwohl aus weichem Fasertuch hergestellt, zerstörte der Lumpen die teure Konstruktion und sorgte für eine langanhaltende Betriebsunterbrechung mit exorbitant hohen Folgekosten von zwei bis dreihunderttausend Euro täglich. Erst hier im Gewerbegebiet von Zorneding, im Osten Münchens, ging man dem Schaden auf den Grund und identifizierte den Übeltäter, mit Konsequenzen für die zukünftige Wartungsarbeit wie für die Frage, wer für den Schaden letztlich aufkommt. Dieses Beispiel illustriert allerdings einen klassisch-traditionellen Old-Economy-Fall von Betriebsunterbrechung (BU), zu dem sich in der jüngeren Vergangenheit zunehmend Bedrohungen aus dem digitalen Raum gesellen, Stichwort Cybercrime. Stand dieses Risiko vor fünf Jahren noch auf Platz 15 der wichtigsten globalen…