Hans Steup ist Versicherungskaufmann und war lange Jahre Vertriebsunterstützer bei der Allianz. Heute betreibt Steup den Spezial-Stellenmarkt „Versicherungskarrieren“ und berät Finanzdienstleister zur Content-Marketing-Strategie und zu Social Media.
Hans Steup ist Versicherungskaufmann und war lange Jahre Vertriebsunterstützer bei der Allianz. Heute betreibt Steup den Spezial-Stellenmarkt „Versicherungskarrieren“ und berät Finanzdienstleister zur Content-Marketing-Strategie und zu Social Media.Quelle: Hans Steup
Erschienen in Ausgabe 9-2018Märkte & Vertrieb

"Es hat mehr mit Glück zu tun als mit einer guten Ansprache, wenn Menschen sich auf Stellenausschreibungen der Versicherer bewerben."

Hans Steup, Gründer der Stellenbörse "Versicherungskarriere", über Nachwuchsprobleme der Branche und erfolgreiches Recruiting im Internet

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Mit "Versicherungskarrieren" haben Sie eine Online-Stellenbörse gegründet, die nur Jobs und Kontakte in der Versicherungsbranche anbietet. Wie sind Sie darauf gekommen?

Im Jahr 2010 suchte ich nach fast zwanzig Jahren bei der Allianz eine neue Aufgabe. Ich wollte mich selbständig machen und so lange wie möglich den Gründungszuschuss kassieren. Dazu musste ich mich offiziell arbeitssuchend melden. Das Arbeitsamt schickte mir neun Monate lang Stellenangebote. Personalvermittler riefen mich an. Die dachten dann zum Beispiel, ich als ehemaliger KV-Mitarbeiter wäre super geeignet für die Kraftfahrzeug-Versicherung (KV). Es war ein riesiges Durcheinander. In meinen Gesprächen mit Arbeitgebern kam raus, dass auch die Unternehmen genervt waren von der komplizierten Suche nach Mitarbeitern. Auf der einen Seite gibt es unzählige freie Stellen und auf der anderen Seite jede Menge unzufriedene Mitarbeiter, die offen sind für eine neue Position. Aber beide Seiten finden einfach nicht zu einander. Ein zentraler Stellenmarkt für die Versicherungsbranche musste her. Immerhin arbeiten laut AGV rund 300.000 Menschen in Deutschland in Jobs rund um Versicherungen im Innendienst. Hauptberuflich im Außendienst sind es, laut einer Studie von Matthias Beenken, schätzungsweise 100.000 Menschen. Bei einer Fluktuation von fünf Prozent im Innen- und zehn Prozent im Außendienst wechseln also jährlich bis zu 25.000 Menschen in der deutschen Versicherungsbranche ihre Arbeitsstelle oder gehen in den Ruhestand. Das ist kein Markt, mit dem man Investoren anlockt, die ihre Millionen loswerden wollen. Aber eine großartige Idee für einen Versicherungskaufmann, ein Karriere-Netzwerk mit Spezial-Stellenmarkt für die Versicherungsbranche zu gründen.

Wie läuft das Geschäft jetzt? Warum sollten Versicherer überhaupt bei Ihnen schalten statt auf den großen Job-Plattformen, wo die Reichweite viel größer ist?

Die Reichweite herkömmlicher Jobbörsen, vor allem der großen, ist riesig. Und für Jobs rund um Versicherungen zu mehr als 99 Prozent bedeutungslos. Eben haben wir gelernt, dass rund 400.000 Menschen in der Versicherungsbranche arbeiten. Das ist ein Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland. Auch gelernt haben wir, dass von diesem einen Prozent nur ein kleiner Teil aktiv neue Arbeit sucht. Das Zauberwort heißt nicht Reichweite, sondern Relevanz. Suchen Sie beispielsweise für Ihr Versicherungsbüro in Rostock oder Fulda einen Mitarbeiter, dann ist Ihnen völlig egal, wie viele Köche…