Erschienen in Ausgabe 9-2018Trends & Innovationen

„Dass mit PKV-Geld Forschung bezahlt wird, überzeugt Skeptiker nicht“

Kommentar 

Von Maximilian VolzVersicherungswirtschaft

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Nicht warten bis die Revolution rollt

Wenn bei der nächsten Wahl wieder einmal eine Bürgerversicherungsdiskussion entbrennt und keine ausreichende politische Rückendeckung in Sicht ist, hätte die PKV dann überzeugende Argumente für die Erhaltung des dualen Systems? In vielen Bereichen ist es notwendig, dass die Medien den Menschen einen Sachverhalt näherbringen, nicht so beim Thema Gesundheit. Jeder in Deutschland hat seine Erfahrungen gemacht und sammelt fleißig weiter. Das Problem für die PKV ist, dass die gesetzlich Versicherten längst erkannt haben, dass sie, gefühlt oder tatsächlich, oft nur die zweite Wahl sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die die Bevorzugung von Privatpatienten bei der Ärzte-Terminvergabe. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das Murren der Mehrheit der Versicherten vernommen und geht das Problem jetzt an. Er will die Servicestellen zur Terminvergabe an Patienten ausbauen und die Mindestsprechstunden der Ärzte von 20 auf 25 Stunden pro Woche anheben, im Gegensatz bekommen die Ärzte finanzielle Gegenleistungen. Das Ziel ist eine Gleichbehandlung von privat und gesetzlich Versicherten. Ein anderes Beispiel sind Zusatzversicherungen wie die Chefarztbehandlung oder die Einzelzimmer-Option im Krankenhaus. Eine solche Absicherung ist im Kern nichts anderes als die Angleichung der Behandlung eines Kassenpatienten auf das Niveau eines Privatpatienten – gegen Zahlung eines Obolus. Was ist die Antwort der PKV, wenn die wachsende Gruppe von über 72 Mio. GKV-Versicherte fragt, warum eine kleine und leicht schwindende Minderheit nicht nur leichter an Termine beim Facharzt gelangt, sondern auch im Krankenhaus bevorzugt behandelt wird?

Die PKV-Branche ist trotz Belastung durch Treuhänderprozess und Bedrohung durch Niedrigzinsen gut beraten, ihren Nutzen am bisherigen Gesundheitssystem dauerhaft aufzuzeigen und Lösungen mitzuprägen, die allen Versicherten helfen. Eine Studie hier und da ist dafür nicht ausreichend. Die Opposition hat immer eine Gegenstudie oder ein Beispiel zur Hand, Stichwort: Einheitsversicherung in den Niederlanden. Eine dann folgende intensive Fachdiskussion über die Auslegung von Begriffen oder Statistiken in Fachmagazinen erreicht die Menschen nicht. Die Branche, allen voran der PKV-Verband unter Führung von Uwe Laue, muss sich aktiv an aktuellen Gesundheitsdebatten beteiligen. Der Nutzen des bisherigen Krankenversicherungssystems und der Anteil der PKV an selbigem muss stärker und dauerhaft betont werden. Dass mit PKV-Geld…