Quelle: QBE
Erschienen in Ausgabe 9-2018Schlaglicht

"Big Data hat bei vielen noch nicht den Stellenwert, den es eigentlich haben müsste"

Andreas Krause, General Manager QBE Deutschland, über Kostenbelastungen, Risikoselektion und Profitabilität im Industriegeschäft 

Von Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Vor einigen Monaten sorgte die Axa mit der Übernahme von XL branchenweit für einen Paukenschlag. Wie sehr hat sie dieser Deal überrascht? Warum?

Andreas Krause: In der Industrieversicherung war in den letzten Jahren bereits ein Trend zur Konsolidierung erkennbar - betrachtet man beispielsweise den jüngsten Zusammenschluss von Chubb und Ace oder XL und Catlin. Für Industriekunden wird dieser Deal kurzfristig erstmal lediglich bedeuten, dass zwei Marktteilnehmer im Industriebereich zu einem Ansprechpartner fusionieren. Für die nächste Erneuerungssaison der Policen erwarte ich hieraus noch keine spürbaren Auswirkungen.

Wäre das auch ein möglicher Zukunftsweg für QBE – durch Übernahmen Reichweiten zu gewinnen und zu wachsen?

Als QBE Insurance Group gehören wir weltweit bereits zu den größten Versicherern und Rückversicherern. Durch unser globales Netzwerk können wir weltweit Risiken absichern und internationale Versicherungslösungen für unsere Kunden in mehr als 150 Ländern bieten. Wie jedes andere Unternehmen beobachten wir jedoch den Markt natürlich sehr genau.

Axa und XL indes stehen exemplarisch für einen Markt, der sich gegenwärtig rasant bewegt. Wie schätzen Sie persönlich die Lage in der Industrieversicherung ein?

In Deutschland sind wir mit einem herausfordernden Schadensumfeld konfrontiert. Dies trifft seit einigen Jahren auf die Sachversicherung zu, jedoch nicht ausschließlich. Es sind in 2018 erste Tendenzen erkennbar, dass in gewissen Bereichen Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Es bleibt spannend zu sehen, wie nachhaltig dies geschieht. Für die Zukunft muss es das Ziel sein, die Kostenbelastung in unserem Geschäft zu reduzieren. Eine effizientere Gestaltung der Prozesse an den Schnittstellen zwischen Kunde, Makler und Versicherer sehe ich als einen zentralen Erfolgsfaktor.

Reicht Größe allein, um sich in einem volatilen Geschäftsumfeld durchzusetzen? Welche Rolle spielen Netzwerk, Kapitalstärke oder ein diversifiziertes Portfolio?

Ein klares Nein. Am Ende des Tages geht es um professionelles Underwriting und die Selektion von Risiken, die mit einem adäquaten Preis belegt sind. In letzter Zeit waren manche Gesellschaften stärker auf Wachstum als auf Profitabilität ausgelegt. Eine ausreichende Kapitalstärke der Versicherer ist heutzutage Grundvoraussetzung. Im Rahmen der Internationalisierung der meisten deutschen Industrien spielt der Zugriff auf ein internationales Netzwerk natürlich eine zunehmend wichtige Rolle. Tatsächlicher…