Erschienen in Ausgabe 8-2018Trends & Innovationen

Generali verkauft vier Millionen Verträge an Viridium

Von VW-Redaktion

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Die Spatzen haben es schon lange von den Dächern gepfiffen: Viridium kauft für eine Mrd. Euro die Bestände der Generali Leben. Die Transaktion umfasst vier Millionen Verträge mit garantierten Kapitalanlagen in Höhe von 37 Mrd. Euro.  "Ich glaube, dass unsere Lösung eine Blaupause für den gesamten Markt werden könnte. Denn das Problem von sinkenden Prämienvolumen und steigenden Verwaltungsgebühren haben viele Versicherer in Deutschland", betont Deutschland-Chef Giovanni Liverani. 300 Mitarbeiter wechseln in eine neue Servicegesellschaft. Der Deal ist der mit Abstand größte Verkauf eines Lebensversicherungs-Portfolios an einen Abwickler. Bislang sind von hierzulande noch rund 88 Millionen Verträgen rund 1,8 Millionen an professionelle Abwickler verkauft. Mit dem Deal würde sich dieses Volumen auf einen Schlag mehr als verdreifachen. "Wir garantieren den Kunden vom ersten Tag an, dass wir zehn Prozent der Kosten einsparen. Diese zehn Prozent bekommt jeder Kunde, unabhängig davon, ob wir sie schaffen oder nicht. Das ist unser eigenes unternehmerisches Risiko", erklärte Viridium-Chef Heinz-Peter Roß. Politiker und Verbraucherschützer vertreten jedoch die Meinung, dass die Generali-Kunden zukünftig noch spärlicher mit Überschüssen bedient werden. Genau darauf will jedoch die Bafin genau achten. In der Branche selbst sorgt die Entscheidung für geteiltes Echo. Die meisten Versicherungsmanager zeigten jedoch Vertständnis. Die Run-off-Option ist "immer die ultima ratio", sagt Ulrich Leitermann, CEO Signal Iduna. Für Maxpool-Chef Oliver Drewes kommt die Entscheidung indes einer "Bankrott-Erklärung" gleich. "Die Urgründer der Generali-Versicherer würden sich im Grabe umdrehen."