Erschienen in Ausgabe 8-2018Trends & Innovationen

Restschuldversicherungen droht der Provisionsdeckel

Von VW-Redaktion

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Laut Bafin sind 8,2 Millionen Deutsche in Besitz einer Ratenschutzpolice. Vor drei Jahren haben jedoch nur 5.000 im Ernstfall die Versicherung in Anspruch genommen. Für die Banken ist das ein großes Geschäft, für Verbraucherschützer eine große Abzocke. Denn wer bereits eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, kann sich eine Ratenschutzpolice sparen. Die Bundesregierung will das Thema nun angehen. Im Zuge der Revision des Lebensversicherungsreformgesetzes wird über die Schaffung eines gesetzlichen Provisionsdeckels im Bereich der Lebensversicherung diskutiert, der eventuellen Fehlanreizen entgegenwirken und zur Senkung der Abschlusskosten beitragen soll. Der Provisionsdeckel soll aber auch bei der Restschuldversicherung greifen, da diese häufig als Lebensversicherung ausgestaltet ist. 30 bis teils über 50 Prozent des Versicherungsbetrags fließt heute als Provision an die Vermittler. Die Finanzindustrie wehrt sich. Der Lobbyverband Deutsche Kreditwirtschaft hält einen gesetzlichen Provisionsdeckel für einen "unverhältnismäßigen Eingriff in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb". Ein Eingriff sei nur dann zu rechtfertigen, wenn der Markt versage. Doch dies sei bei Restschuldversicherungen nicht der Fall.