Ohne Fahrer sind wir sicherer: Tesla-Chef Elon Musk setzt nicht nur große Autokonzerne unter Druck, sondern stellt auch Versicherer beim autonomen Fahren vor vollendete Tatsachen in Sachen autonomes Fahren.
Ohne Fahrer sind wir sicherer: Tesla-Chef Elon Musk setzt nicht nur große Autokonzerne unter Druck, sondern stellt auch Versicherer beim autonomen Fahren vor vollendete Tatsachen in Sachen autonomes Fahren.Quelle: © TED Conference
Erschienen in Ausgabe 8-2018

Pacemarker

Während Industrie und Privathaushalte das autonome Fahren herbeisehnen, sind Versicherer noch auf der Suche nach neuen Absicherungsprodukten für die unfallfreien Straßen der Zukunft

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Dafür sollten die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle von Grund her digital denken. Das ist die Botschaft des Kölner Wirtschaftshistorikers Professor Klemens Skibicki an die Versicherungsbranche. Auf einer Veranstaltung der Provinzial Rheinland erläuterte der Wissenschaftler, dass neue Netzstrukturen nicht einfach wieder weggehen würden. Sie könnten auch nicht mit Verboten oder Datenschutz erfolgreich bekämpft werden. Aussagen, das Autos des Fahrgastdienstes Uber gefährlich seien, würden in wenigen Jahren belächelt werden.
Maximale Einfachheit und absolut geringe Transaktionskosten wären die Treiber der neuen Welt. So seien beispielweise frühere telefonisch organisierte Mitfahrzentralen eigentlich der Vorläufer von Uber. „Der hohe Aufwand der Organisation lohnte sich aber erst ab einer Strecke von 600 Kilometern. Für fünf Kilometer waren die Transaktionskosten zu hoch“, so Skibicki. Nun wären diese über Apps so niedrig, das auch Kurzstreckenfahrten kollektiv organisiert werden können. „Was total einfach ist, wird gemacht“, erläutert Skibicki. Das gilt beispielsweise für Carsharing, der aktuellsten Bedrohung, die sich die Kfz-Versicherung derzeit ausgesetzt sieht. So boomt der Flottenmarkt in besonderem Maße bereits im vierten Jahr, wie der Marktbeobachter Data Force aus Frankfurt feststellt. Carsharing – das auch in den Betrieben Einzug gehalten hat – ist ein wesentlicher Treiber. Im privaten Kfz-Versicherungsmarkt führt das zu ganz neuen Kundenanforderungen. Versicherungen müssen flexibel sein und On-Demand und digital zu Verfügung stehen. „Sie werden nur so lange genutzt, wie ich sie wirklich benötige“, glaubt Alexander Hornung von der Plattform Hester, einer Marke des Startup Moinsure GmbH.

Streit um Opferschutz

Neben der wachsenden Bedeutung des Carsharings gilt es, die Vorstufen des autonomen Autos versicherungsmäßig zu begleiten. Während die erste Generation der Connected Cars noch durch die Navigation mit Echtzeitdaten sowie einer Vielzahl von Sensoren, die beispielsweise für die Einparkhilfe oder für einen dynamischen Tempomat notwendig sind, geprägt wurde, ist die aktuelle Generation durch einen eigenen W-Lan-Zugang extrem vernetzt. So können internetfähige Geräte mit dem PKW verbunden werden. Zumdem gibt es verbesserte Fahrassistenzsysteme, die über Radar- und Sensortechnik, direkt mit der Fahrzeugumgebung kommunizieren. „Auch diese ständige Erreichbarkeit müssten sich Versicherer durch mobile Devices, wie Apps, zunutze machen“, erklärt Hornung. So…