Erschienen in Ausgabe 8-2018Unternehmen & Management

Conquistadores hissen weiße Fahne

Mapfre zieht Konsequenzen aus dem schwachen US-Geschäft

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

„Diese Transaktionen folgen der Strategie, die Aktivitäten in unseren wichtigsten Bundesstaaten und Geschäftsfeldern zu stärken und damit die Grundlage für ein rentables Wachstum zu setzen.“, sagt der CEO der Mapfre Nordamerika Alfredo Castelo. Die spanische Mapfre-Gruppe hat gerade den Verkauf ihrer Aktivitäten in New York und New Jersey bekannt gegeben. Beide Transaktionen schließen den Prozess der Neustrukturierung ihres Geschäfts in den USA ab, das seit 2015 unter Mapfre Insurance firmiert. Die Konzentration auf rentable Geschäftsbereiche bei ihrer US-Tochter Mapfre Insurance soll die anhaltende Underperformance ihres drittgrößten Auslandsmarktes lösen. Die Aktivitäten im Bundesstaat New York und New Jersey verkauft die Mapfre an den US-Versicherer Plymouth Rock Assurance. Im Fall von New York veräußert sie die Gesellschaft Mapfre Insurance Company of New York an die Plymouth Rock Assurance Corporation. In New Jersey überträgt sie den Bestand an verschiedene Gesellschaften der Plymouth Rock-Gruppe. Beide Transaktionen wurden zeitgleich abgeschlossen und stehen noch unter dem Vorbehalt der Aufsichtsbehörden von New York und New Jersey.
Der Verkauf ist der Abschluss der Neustrukturierung des US-Geschäfts der Mapfre. Bereits vor einigen Monaten hatte sie angekündigt, sich von „nicht relevanten“ Geschäftsbereichen in den USA trennen zu wollen. Im Zuge dessen wurde bislang der Bestand im Geschäftsfeld Nichtlebensversicherung in den Bundesstaaten Tennessee, Kentucky und Indiana an die Gesellschaft Safeco Insurance verkauft. Sie gehört ihrerseits seit 2008 zur Liberty Mutual-Gruppe. Darüber hinaus haben die Spanier ihre Gesellschaft Mapfre Life Insurance Company an die Swiss Re Life Capital veräußert. Nach der nun abgeschlossenen Neustrukturierung wird sich die Mapfre in den USA künftig auf die 15 Bundesstaaten konzentrieren, in denen sie am stärksten vertreten ist und die größte Vertriebskraft besitzt. Mit den einhergehenden Kosteneinsparungen will sie das rentable Wachstum in den USA forcieren. 
Die Geschäftsergebnisse der Mapfre in den USA waren zuletzt nicht befriedigend und machten diese Maßnahmen notwendig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 ist das Prämienvolumen des US-Geschäfts der Mapfre um 2,6 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro gesunken. Der Gewinn vor Steuern ist gegenüber dem Vorjahr um 64 Prozent auf 33 Mio.Euro eingebrochen. Nur durch den positiven Sondereffekt in Höhe von 38 Mio. Euro aufgrund der Steuerreform von Donald Trump ist der Nettogewinn…