Erschienen in Ausgabe 8-2018Unternehmen & Management

Auf dem Abstellgleis

Mit dem Weggang von Inga Beale und einem womöglich harten Brexit steht die Existenz von Lloyd’s auf dem Spiel

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Monatelang hatte die britische Regierung gestritten und dabei sogar Brexitminister David Davis und auch Außenminister Boris Johnson verloren. Nun hat Theresa May endlich ihren Plan für den Austritt aus der EU vorgelegt. London will nicht nur die Zuwanderung aus der EU streng begrenzen, sondern zugleich auch einen selektiven Zugang zum Binnenmarkt: Der Handel mit Waren soll ohne Hindernisse weitergehen, die Dienstleistungen sollen jedoch außen vor bleiben. EU-Chefunterhändler Michel Barnier gefällt das überhaupt nicht. Vor Journalisten hielt er ein Handy hoch: "20 bis 40 Prozent des Werts dieses Geräts hängt mit Dienstleistungen zusammen." Würde man den Briten gestatten, ihre Waren frei in die EU zu bringen, ohne sich noch an die Regeln für Dienstleistungen halten zu müssen, könnten sie sich unfaire Vorteile verschaffen. Zudem sei Großbritannien lediglich bereit, sich nur an jene EU-Standards für Waren zu halten, die an der Grenze geprüft werden - nicht aber an alle anderen, darunter genmanipulierte Nahrung oder Pestizide. "Wie sollen wir unsere Verbraucher schützen?", fragte Barnier.

Kosten zu hoch, Preise zu weich, zuviel Konkurrenz

Inga Beale als CEO von Lloyd’s wird sie sich im Laufe des Jahres 2019 aus dieser Funktion zurückziehen. Sinnvoll wäre es den eigenen Exit auf den Tag des Brexits fallen zu lassen. Hierdurch könnte Beale die Herausforderngen, die auf den Lloyd’s CEO im Fall eines unkontrollierten harten Brexits zukommen, auf ihren Nachfolger abwälzen. Denn ein Artikel dder Financial Times tellt die ketzerische Frage, ob Lloyd’s als Heimstätte der globalen Assekuranz überleben werde. Ein derartiger Artikel ist nicht geeignet etwa den Board eines japanischen Versicherers zu animieren, noch mehr in Lloyd’s Syndikatsgruppen zu investieren. Die Argumente im Einzelnen:

  • Um ca. 10 Prozentpunkte zu hohe Kosten (Anstieg 2012 auf 2016 von 35% auf 40%), eine Folge der immer noch erheblichen zu bewältigenden Papierflut. Es gäbe zuviele Mittelsmänner (Makler, coverholder, die Syndikate vertretende Zeichnungsagenten) und zu wenig Digitalisierung der Geschäftsverläufe.
  • Verluste aufgrund der Häufung von Naturkatastrophen, aber auch in nicht cat-bestimmte Sparten wie Motor.
  • Aufkommende Konkurrenz in neuen Assekuranz-Clustern wie Singapur, Hong Kong and Dubai. Hieraus folge die Tendenz etwa asiatisches Geschäft auch gleich in der Region zu (rück)versichern, den Weg nach London könne man sich mittlerweile sparen.
  • Überflüssige Rolle von Lloyd’s als weiterer, die PRU…