Erschienen in Ausgabe 7-2018Köpfe & Positionen

Pflege statt Überversorgung am Lebensende

Von VW-Redaktion

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Zur Finanzierung notwendiger und besserer Pflege wäre genug Geld da. In der medizinischen Versorgung, die ja von den Krankenkassen zu tragen ist, müsste nur die Erlebensqualität mit pflegerischer Betreuung in der letzten Phase des Lebens gegenüber der Anwendung teurer Intensiv-Therapien Priorität haben. So lautete der Vorschlag von Rita Gabler aus der Pflege- Praxis auf der Jahrestagung des PKV-Verbandes in Berlin. Auf dem Podium diskutierte die Leiterin des PalliativTeam Erding mit Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR) und dem seit zwei Monaten amtierenden Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus über Probleme und Zukunft der Pflege. Uwe Laue konstatierte in seinem Eingangsstatement, „Pflege ist für die Bürger ein Megathema geworden.” Der Verband setzt sich für mehr Qualität in der Pflege ein und unterstützt folgerichtig die politischen Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Westerfellhaus betonte, dass das Problem ganzheitlich betrachtet werden muss, auch was die Lebensphase der Pflegebedürftigkeit betrifft. Es kann jeden in jedem Alter treffen. Es bedarf mehr Personal, das über die Ausbildung und eine Neujustierung der Aufgabenverteilung zwischen den Professionen dann einem Berufsstand „auf Augenhöhe” zu Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten usw. angehört. „Mit den Alterungsrückstellungen sind Privatversicherte gut auf den demografischen Wandel vorbereitet”, sagt PKV-Verbandspräsident Uwe Laue. Für die Pflege seien dies derzeit 34,5 Mrd. Euro. Die gesamten Rückstellungen für die Demografie-Vorsorge der PKV hat die 250 Milliarden-Marke überschritten. Dennoch müssen sich die privat Krankenversicherten beim Thema Pflege wohl künftig auf höhere Beiträge einstellen. Für die Versicherten würde dies demnach einen Anstieg der Prämie von etwa zehn bis 20 Euro monatlich bedeuten. Allerdings seien gesicherte Aussagen für die Beamten noch nicht möglich.