Erschienen in Ausgabe 7-2018Trends & Innovationen

AGV und Verdi streiten über Rückkehrrecht für Teilzeitarbeiter

Von VW-Redaktion

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Die erwartbare Parlamentszustimmung vorausgesetzt, erhalten Vollzeitbeschäftigte einen Rechtsanspruch auf Rückkehr aus der Teilzeit. Sie können sich in ihrem Unternehmen für bis zu fünf Jahre auf Teilzeitarbeit umstellen lassen und erhalten die Garantie, danach wieder ihre Vollzeitstelle antreten zu dürfen. Der AGV ist erbost. Der AGV ist erbost. Die Gestaltung der Arbeitszeit sollte laut Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des AGV, alleinige Sache der Sozialpartner auf tariflicher und betrieblicher Ebene sein. Mit dem Gesetz werde den Tarifpartnern ein weiteres Mal notwendiger Gestaltungsspielraum genommen. „Wir Arbeitgeberverbände müssen uns zunehmend fragen lassen, weshalb wir überhaupt mit den Gewerkschaften verhandeln, wenn diese dann, wenn wir ein Ergebnis erzielt haben, über ihre guten Kontakte in das zuletzt jahrelang SPD-geführte Bundesministerium für Arbeit und Soziales nicht erreichte Ziele per Gesetzgeber einführen”, sagt Hopfner. Laut dem AGV werde sich der Anspruch auf Rückkehr in Teilzeit „massiv beschäftigungsfeindlich auswirken”, da er eine solide Personalplanung unmöglich mache. Unternehmen mit einer hohen Teilzeitquote würden wegen dieses Rückkehranspruchs und wegen der Beweislastumkehr in ihrer Einstellungspraxis zurückhaltender werden. Damit seien negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verbunden, prophezeit Hopfner. Die Gewerkschaften begrüßen das gesetzliche Rückkehrrecht. „Insbesondere Frauen befinden sich in der Teilzeitfalle, weil sie insbesondere nach Familien oder Pflegezeiten keine Chance haben in Vollzeit zurückzukehren”, erklärt Verdi-Versicherungsexpertin Martina Grundler. Man sei ohnehin irritiert, denn ein dem jetzt beschlossenen Gesetz ähnliches Angebot hätte die Gewerkschaft dem AGV bei den Verhandlungen unterbreitet, sei dabei aber nicht gehört worden.