Vom Auszubildenden zum Chef: Die Eigengewächse der Versicherer pflegen Stabilität in Strukturen und Prozessen, spontane Umbrüche sind die Ausnahme.
Vom Auszubildenden zum Chef: Die Eigengewächse der Versicherer pflegen Stabilität in Strukturen und Prozessen, spontane Umbrüche sind die Ausnahme.Quelle: denisismagilov/ Fotolia
Erschienen in Ausgabe 7-2018Märkte & Vertrieb

Heute Azubi, morgen Vorstand

Wie und wann sich Unternehmenstreue in der Versicherungswirtschaft auszahlt

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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Sie sind smart, schnell und agil, kennen ihre Unternehmen vom Keller bis zum Vorstand, sie haben allen Stationen, in denen sie meist nur kurz wirkten, ihren Stempel aufgedrückt und dadurch schon früh auf ihre Qualitäten aufmerksam gemacht. Sie verstehen komplizierte Sachverhalte meist schneller als die Kollegen und haben bei ihrem Marsch durch die Institutionen schon früh ein Netzwerk aufgebaut, welches ihnen im entscheidenden Moment die nächste Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen half: vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Azubi zum Chef, eine solche Vita ist in der freien Wirtschaft ganz allgemein und in der Versicherungswirtschaft im Besonderen gar nicht mal so selten. Vorbilder gibt es genug, ganz aktuell zum Beispiel Christian Sewing, neuer Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank.

„Ikone der Finanzindustrie“

Vom Azubi zum Chef und schließlich auch noch Vorsitzender des Aufsichtsrates, diese Bilderbuchkarriere hat Josef Beutelmann, Jahrgang 1949, bei der Wuppertaler Barmenia Versicherung absolviert. Damit ist er nicht nur zur „Ikone der Finanzindustrie“, wie er in den Medien genannte wird, aufgestiegen, sondern auch ein Vorbild für die vielen Auszubildenden, die derzeit bei der Barmenia und anderswo ihr Rüstzeug für eine erfolgreiche Karriere in der Versicherungswirtschaft erwerben, avanciert. Mit bereits 15 Jahren trat der 1949 geborene Josef Beutelmann als Auszubildender in die sich nach dem Krieg neu aufgestellte Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG ein. Ab 1970 unterbrach das aufstrebende Talent sein Engagement in Wuppertal für ein Studium des Versicherungswesens an der FH Köln, welches Beutelmann mit dem Diplom der Betriebswirtschaft 1973 abschloss. Nach weiteren drei Jahren an der Universität zu Köln kehrte der nunmehr 27-jährige wieder zurück zur Barmenia, wo er nur ein Jahr später zum Assistenten des Geschäftsführers der Barmenia Versicherungs-Vermittlungs-Gesellschaft aufstieg. Sukzessive und gradlinig verlief die Karriere weiter, bis Beutelmann 1989 erst zum stellvertretenden Vorstandsmitglied und zwei Jahre später zum ordentlichen Mitglied der Barmenia Vorstände berufen wurde. Es folgten, beinahe zwangsläufig, die Position des Vorstandsvorsitzenden und des Generaldirektors, welche Beutelmann bis ins Jahr 2013 hinein behielt, als der inzwischen 64-jährige von Nachfolger Andreas Eurich abgelöst wurde. Damit endete diese einzigartige Karriere allerdings noch lange nicht. Beutelmanns Expertise war und ist bis zum heutige Tage als…