Erschienen in Ausgabe 7-2018Unternehmen & Management

Bilanzen

VGH, Arag, Provinzial Nordwest, Signal Iduna, DEVK, E+S Rück, Deutsche Rück

Von Monika Lier und Claudia Schmidt-Wehrmann und Susanne Görsdorf-KegelVersicherungswirtschaft

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VGH

Stärkung der Ertragskraft und Ausbau von Sicherheitsmitteln im Kundeninteresse haben für die VGH Versicherungsgruppe Hannover Vorrang vor Wachstum um jeden Preis. Daran will der öffentlich-rechtliche Versicherer wie Vorstandschef Hermann Kasten bei der Vorlage der Bilanz 2017 erklärte weiter festhalten. Ungeachtet dessen will er jedoch nach dem Beitragsrückgang im vergangenen Jahr den Wachstumsmotor wieder mit mehr Sprit versorgen und eine „kontrollierte Offensive“ einleiten. Mit neuen Produkten zielt er dabei vor allem bei der Muttergesellschaft Landschaftliche Brandkasse, die das Kompositgeschäft betreibt, auf Privatkunden, den gewerblichen Mittelstand und die Landwirtschaft. So soll es im Herbst auch eine Cyber-Versicherung für Privatleute geben. Ertragssteigernde Maßnahmen wie Bestandsbereinigungen und Beitragsanpassungen insbesondere in der Kfz-, Wohngebäude- und Industriefeuerversicherungen wird es jedoch weiterhin geben, denn die für 2020 angestrebte bilanzielle Kostenquote von 24% ist noch nicht erreicht. Sie sank aber 2017 im fünften Jahr in Folge auf jetzt 24,7%.
In der Industriefeuerversicherung will die Brandkasse keine Verträge mehr über Summen von 250 Mio. Euro und mehr abschließen. Dadurch gingen auch Kunden verloren, um die es einem leidtut, meinte Kasten. Als Beispiel nannte er den Hähnchen-Produzenten Wiesenhof und die Nordzucker, bei denen die Beastungen der Brandkasse durch Großbrände zu groß geworden sei. Die gesunkene Schadenquote rechtfertigt jedoch dieses Vorgehen. Ähnliches gilt auch für die Kfz-Versicherung, in der die Schadenquote durch die Sanierung im Flottengeschäft und die Bestandsbereinigung im Privatkundensegment ebenfalls rückläufig ist. Bereits 2016 waren 28 000 Autoverträge verlorengegangen, 2017 waren es laut Geschäftsbericht nochmal 35 000. Der Marktanteil der Brandkasse in Niedersachsen beträgt rund 19%. In der Trennung von schlechten Risiken in der Kfz-Versicherung sieht Kasten auch einen Grund für den Rückgang der schweren Personenschäden. 2014 gab es noch 22 schwere Personenschäden, die die Versicherung mindestens eine halbe Mio. Euro kosten, 2015 waren es 20, 2016 nur noch 10 und im vergangenen Jahr  nur 9. Allerdings dürfte in erster Linie die Technik mit ihren elektronischen Assistenzsystemen die Autos sicherer gemacht haben. Die Kehrseite: Die in Windschutzscheiben und Stoßstangen verbaute Technik verteuert immer mehr die  Blechschäden.
Die schwierige Lage auf dem Markt für Lebensversicherungen macht auch…