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Erschienen in Ausgabe 7-2018Schlaglicht

Zu neuen Ufern

Ob Kredite oder Versicherungen – der Vertrieb für beide Produkte wird zunehmend digitaler und wird von den übermächtigen Vergleichsportalen Check24 und Verivox beherrscht. Mithilfe von Insurtechs holen Banken nun zum Gegenangriff aus.

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Für Versicherungsvertreter sind Banker„arrogante Schnösel“, die wiederum halten ihre Finanzkollegen in der Assekuranz für „Klinkenputzer“. Trotzdem wollte Deutschlands größter Versicherer mit Dresdner Bank beide Kulturen zum Allfinanzdienstleister fusionieren. Es war einer der größten Irrtümer in der deutschen Finanzgeschichte.Danach wurde die Bancassurance von Experten für tot erklärt.
Nun gibt es scheinbar ein Comeback. Banken stehen durch Niedrigzinsen und die Digitalisierung enorm unter Druck. Immer mehr Filialen werden geschlossen. Bankgeschäfte werden längst überwiegend online getätigt. Banken und Versicherer haben damit immer mehr den gleichen Vertriebsweg, denn auch die Versicherungsabschlüsse wandern immer stärker in den Online-Bereich ab. Laut dem Kundenmonitor E-Assekuranz der Yougov Deutschland GmbH hat 2017 und 2016 jeder fünfte Deutsche eine Versicherung über einen Online-Vertriebsweg abgeschlossen. Und der Trend geht weiter in diese Richtung. So geben 39 Prozent der Führungskräfte an, dass sie kundennahe Prozesse weiter digitalisieren und durch einen hohen Grad an Automatisierung vereinfachen wollen. Auch mit den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz setzen sich bereits einige Versicherer auseinander, wie die Studie „Versicherungen in der Zeitfalle“ zeigt, die von den Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder in Zusammenarbeit mit KPMG erstellt wurde. An Möglichkeiten mangelt es nicht. Im März 2018 wies eine Studie des von den Versicherungsforen Leipzig ins Leben gerufene „New Players Network“ 80 auf dem Markt aktive auf Versicherungen spezialisierte Fintechs aus. Aber nur ein kleiner Teil kooperiert mit Banken, wie unserer Recherche zeigt (siehe Tabelle). „Banken sind daran interessiert Versicherungsprodukte in ihre digitalen Dienste zu integrieren“, heißt es beim Insurtech Getsafe. Mitte 2016 machte das Unternehmen, dass als Versicherungsmakler und -vertreter agiert, Nägel mit Köpfen und kooperiert seither mit der 1822direkt, einer Tochter der Frankfurter Sparkasse. Der digitale Versicherungsservice des Online-Maklers sollte für Bankkunden in das Online-Banking eingebunden werden. Durch den Zusammenschluss haben Kunden der 1822direkt einfachen Zugriff auf den digitalen Versicherungsmanager von Getsafe. „Mit wenigen Klicks können sie nicht nur den Kontostand checken oder Überweisungen tätigen, sondern auch den eigenen Versicherungsschutz digital verwalten und optimieren“, wie es in einer Mitteilung der Unternehmen heißt…