Erschienen in Ausgabe 7-2018Trends & Innovationen

VW-Direct

Von Christian RichterVersicherungswirtschaft

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Insurtechs werden als Innovationstreiber in der Versicherungsbranche gepriesen. Richtig durchgesetzt hat sich indes keiner der jungen Player. Wie revolutionär sind InsurTechs wirklich?

Insurtechs haben einen starken Transformationsimpuls bei den traditionellen Versicherern in Deutschland ausgelöst. Einige Effekte im Markt lassen sich bereits beobachten: Insurtechs der ersten Welle, also Vergleicher und Aggregatoren, haben sich als zusätzlicher Vertriebskanal, vor allem in Konkurrenz zu Privatkunden- und Gewerbegeschäft-Maklern etabliert. Digitale Versicherungsordner, die Insurtechs der zweiten Welle, konnten sich in der Breite nicht durchsetzen. Der Kundenvorteil ist offenbar zu gering, beziehungsweise scheint es zu schwierig zu sein, die entsprechenden Vertragsdaten von den Versicherern in einer angemessenen Zeit über Maklermandate zu erhalten. Insurtechs der dritten Welle, B2B-Kooperationspartner für Versicherer und Makler, stellen wiederum den Versicherern digitale Fähigkeiten unter anderem bei Abschluss-Strecken, Vertragsverwaltung und Schadenbearbeitung zur Verfügung und beschleunigen so die digitale Transformation der mit ihnen kooperierenden Versicherer. Sie ermöglichen ihnen zudem Zugriff auf neue Technologien und Talente. Rein digitale Versicherer bilden die Gruppe der Insurtechs der vierten Welle. Diese sind gerade im Aufbau und konkurrieren direkt mit etablierten Versicherern bei einfachen Produkten wie der Kranken- und der Kfz-Versicherungen oder mit neuen Produkten. Hier wird der Kunde in den nächsten zwei bis drei Jahren über den Markterfolg entscheiden.

Echtes Bedrohungspotenzial scheint von Amazon, Facebook und Google auszugehen. Müssen deutsche Versicherer fürchten, Marktanteile an die Tech-Riesen zu verlieren?

Eines ist klar: Die Tech-Riesen werden die Kundenschnittstelle um jeden Preis verteidigen und als Lead-Generator und Vertriebsmöglichkeit nutzen und ausbauen. Darin sind sie sehr gut und setzen daher die Messlatte bei der Kundenerfahrung auch für Versicherer hoch. Die Produkte, die über sie verkauft werden, werden jedoch über White-Label-Kooperationen eingekauft. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um ein reines Weiterleitungsmodell in Richtung exklusiver Versicherungspartner oder über ein Maklermodell an mehrere Versicherungspartner handelt. Die dahinter liegenden Verwaltungs- und Schadenprozesse werden entweder komplett digital als Self-Services durch den Versicherten durchgeführt oder aber durch denjenigen Versicherer…