Erschienen in Ausgabe 7-2018Schlaglicht

Volle Kraft voraus

Im digitalen Maschinenraum der Signal Iduna

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Den traditionellen „Tanker“ namens Signal Iduna mit immer neuen „flotten Beibooten" in die veränderte Welt steuern (siehe Interview). Die Basis für diese Entwicklung hat der Dortmunder Versicherer mit dem Umbau der IT in ein offenes System gelegt. „SDA“ soll als Service-Plattform Ressourcen bündeln und Verbindungen zwischen Akteuren herstellen. „So können wir kundenzentrierte Lösungen erstellen und in Echtzeit mit den Kunden interagieren“, erläutert Signal-Iduna Vorstand Prof. Markus Warg. Wie erfolgreich das System ist, zeigt sich nach Einschätzung des Versicherers daran, dass die SDA SE die selbst entwickelte Service-Plattform am Markt angeboten hat und in den letzten Monaten vier Kunden gewinnen konnte.
Bereits 2011 ist Signal Iduna mit der Marke Sijox in den Versicherungsmarkt für junge Leute eingestiegen. Bis heute wurden knapp 20.000 Kunden erreicht. Zwar erscheint dies im Vergleich zu den versicherten Kfz-Kunden, die insgesamt über eine Million betragen, noch eine geringe Zahl zu sein. Doch Sijox ist vor allem ein Testfeld für neue Kommunikations- und Vertriebsstrategien. „So erreichte Sijox Anfang 2018 beim Branchenvergleich 'As im Ärmel' erneut Platz 5 der größten Online-Marken der Top 50 DACH-Versicherer“, freut sich Chief Digital Officer Johannes Rath.

Investionen von 100 Mio. Euro fest eingeplant

Vertrieben werden die sieben Sijox-Pakete derzeit von 146 jungen Vermittler. Dabei gibt es eine Kombination von online- und offline abschließbaren Angeboten. So sind fünf Pakete nur offline abschließbar, zwei der Pakete sind mit einem digitalen Add-On Produkt ausgestattet (Meine Mobilität + AppDrive und Meine Basis + AppLife) und zwei Pakete wiederum sind online abschließbar (Meine Reise und Meine Welt). Rath: „Unsere Erfahrungen bei Sijox zeigen, dass junge Menschen auch bei ihrer Versicherung selbstbestimmt sein wollen.“ Mit den beiden Piloten AppDrive und AppLife würden daher Lösungen geboten, bei denen die Kombination Prävention und Versicherung eine wichtige Rolle spielen würden. Die Modelle würden jungen Leuten bezahlbare Beiträge ermöglichen, die sich am individuellen Verhalten bemessen.
Deutlich macht der Versicherer aber auch, dass eine digitale Transformation Geld kostet. Zu den Einzelinvestitionen, die in den letzten Monaten abgeschlossen wurden, möchte das Unternehmen wohl aus Konkurrenzgründen keine Stellung nehmen. „Perspektivisch wollen wir jedoch in den nächsten Jahren um die 100 Millionen Euro investieren“, sagt Pressesprecher Edzard…