Quelle: © Guillaume Speurt / www.flickr.com
Erschienen in Ausgabe 7-2018Unternehmen & Management

Auf Brautschau in Polen

Der polnische Versicherungsmarkt zwischen Wachstum und Konsolidierung

Von Grzegorz ObszańskiVersicherungswirtschaft

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Nach Berechnungen des polnischen Versicherungsverbandes Polska Izba Ubezpieczeń (PIU) führt der polnische Versicherungsmarkt die Liste der aufstrebenden Märkte an. Mit einem Prämienvolumen von umgerechnet 12,3 Mrd. Euro liegt Polen deutlich vor Ländern wie der Türkei (10,9 Mrd. Euro), Tschechien (5,1 Mrd. Euro) oder Rumänien (2,1 Mrd. Euro). Statistiken der Swiss Re zeigen, dass Polen in der Versicherungsdurchdringung vor Ländern wie Brasilien, Argentinien oder Mexiko liegt. Die Wirtschaft wächst um 2 bis 7 Prozent jährlich und dadurch ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten für Versicherer.
Seine Attraktivität hat Polen zu einem der internationalsten Versicherungsmärkte gemacht. Fast alle großen Versicherungs-Gruppen der Welt sind mit einer Tochtergesellschaft in Polen aktiv. Vor allem deutsche und österreichische Unternehmen haben ein großes Interesse am polnischen Markt. Sogar ansonsten eher national gesinnte Gegenseitigkeitsversicherer wie Inter und Signal Iduna sind dort seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv. Ihre Marktenteile sind jedoch vergleichsweise gering. Die Concordia Polen kommt mit etwa 400 Millionen PLN Beitragseinnahmen (umgerechnet ca 120 Mio. Euro) auf einen Marktanteil von 0,8%.

Hohe Marktkonzentration durch Staatsversicherer PZU

Die Generali hatte in Polen im vergangenen Jahr starke Einbußen in ihrem Prämienvolumen hinnehmen müssen. Nach Angaben polnischen Finanzaufsicht Komisja Nadzoru Finansowego (KNF) gingen die Beitragseinnahmen in der Schadenversicherung um mehr als 18 Prozent auf 653,8 Mio PLN zurück, trotz eines gleichzeitig stark wachsenden Gesamtmarkts. Der Marktanteil der Generali in der Schadenversicherung sank im Jahr 2017 von 3,3 auf 2,3 Prozent, in der Lebensversicherung ging er von 3,9 auf 3,6 Pozent zurück. Generali ist nach eigenen Angaben der achtgrößte Versicherer Polens. Durch den Erwerb der Concordia verkürzt sie wieder ihren Abstand zur Allianz und Axa.
Nur kurze Zeit nach der Bekanntage des Verkaufs der Concordia trennte sich die Gothaer von ihrer polnischen Tochtergesellschaft, die sie 2011 übernommen hatte. Die Gothaer TU übernimmt die Vienna Insurance Group, die in Polen mit den Tochtergesellschaften Compensa, Interrisk und Vienna Life tätig ist. Nach den Zahlen der KNF steigt durch die Übernahme der Marktanteil der VIG im polnischen Schadenversicherungsgeschäft um 1,2 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Bisher war sie im Schadenversicherungsgeschäft nur um eine Nasenlänge vor der Allianz und der Axa. Jetzt ist der Abstand…