Erschienen in Ausgabe 7-2018Unternehmen & Management

Alarmstufe Rot

Neues Vermittlergesetz bringt Vertriebsmodell Bancassurance ins Wanken

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Die Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie in spanisches Gesetz steht kurz vor dem Abschluss. Betroffen sind mehr als 3.200 Versicherungsmakler und rund 77.000 Versicherungsagenturen, die den Regularien der nationalen Versicherungsaufsichtsbehörde Dirección General de Seguros y Pensiones (DGSFP) unterstehen. Mit einbezogen werden aber auch Vermittler, bei denen der Versicherungsvertrieb nicht die Hauptgeschäftsaktivität darstellt und Vergleichsportale im Internet. Die beiden großen Stoßrichtungen des Gesetzentwurfs sind eine Erhöhung des Verbraucherschutzes und eine verstärkte Chancengleichheit unter den Vertriebskanälen. „Zum Schutz der Versicherungskunden soll die Transparenz erhöht, Interessenkonflikte vermieden und eine adäquatere Produktentwicklung gefordert werden.“, heißt es in dem Papier. Die Anforderungen an die persönliche Integrität der Vermittler wurden noch einmal verschärft. Dazu wurde der Katalog der Vorstrafen deutlich erweitert, der eine Tätigkeit als Versicherungsvermittler verbietet. Bestandteil ist auch ein Informationsaustausch zwischen der DGSFP und den nationalen Aufsichtsbehörden anderer EU-Länder. „Insbesondere beim Eintrag in das Vermittlerregister wird die DGSFP regelmäßig Informationen zur persönlichen Integrität und der Ausbildung des Vermittlers austauschen.“, heißt es im Gesetzentwurf. Dazugehören soll aber auch eine automatische Information über eine Sanktion oder andere Verwaltungsmaßnahmen, die zu einem Ausschluss aus dem Vermittlerregister führen.
Bei den Voraussetzungen für den Beginn der Vermittlertätigkeit werden die bereits bestehenden Anforderungen an die Professionalität und Fachkenntnisse der Vermittler erhöht. Neue Anforderungen entstehen insbesondere für jene Assekuranzhäuser, die ihre Produkte direkt vertreiben. Bislang waren deren im Verkauf aktive Mitarbeiter von der Pflicht zum Nachweis der Fachkenntnisse befreit und das wird sich in einigen Monaten ändern. Vom Versichererverband Unespa heißt es allerdings, dass die angestellten Mitarbeiter bereits eine regelmäßige Ausbildung erhalten, wodurch automatisch der Nachweis gegenüber der DGSFP erbracht werden kann. Für neue Mitarbeiter und jene, die erstmals Tätigkeiten mit Vertriebscharakter aufnehmen, gilt diese Neuerung nach Unespa jedoch in jedem Fall. Sie werden somit neben den für alle geltenden regelmäßigen Ausbildungsmaßnahmen künftig auch eine Erstausbildung durchlaufen müssen. 
Eine bittere Pille enthält der Gesetzentwurf für den Bankenvertrieb und seine…