Erschienen in Ausgabe 6-2018Unternehmen & Management

Quer gedacht

Automobilkonzern und Suchmaschinenbetreiber machen jetzt auch in Versicherung

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Der Automobilkonzern Geely, zugleich der Großaktionär von Daimler Benz, will sich in das Geschäft für Versicherungsvermittlung einschalten. Im Frühjahr 2018 hat Geely eine Lizenz von der Aufsichtsbehörde bekommen. Der größte private Automobilhersteller hat in dem Zusammenhang eine Vermittlungsfirma namens Yibao gegründet. Ein Manager von Geely hat offen zugegeben, dass man mit der Versicherungsvermittlung die Kunden aus einer Hand bedienen will, um hauptsächlich den Umsatz vom Autogeschäft anzukurbeln. Es ist nicht ganz neu, dass chinesische Autohersteller Versicherungsvermittlung betreiben. Bisher verfügen die Shanghaier Automobile Company, Joint Venture Partner von Volkswagen, und Guangdong Automobile Group über eigene Firmen für Vermittlungsgeschäft. Indes mischt auch der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu verstärkt im Versicherungsmarkt mit. Vor kurzem hat man eine völlig unbekannte Maklerfirma in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gekauft. Damit ergattert das Unternehmen die Maklerlizenz, deren Beantragung normalerweise sehr lange Zeit in Anspruch genommen hätte. Baidu vermittelt Versicherungen ausschließlich online und zwar durch die App „Baidu Vermögensverwaltung“. Derzeit vermittelt die Firma für acht Versicherer deren Produkte für Dread Disaese, Versicherungen für Reise, Fernbusfahrten und Displayschäden von Handys. Damit konzentriert sich Baidu zuerst auf die Kundengruppe „junge Generation“. Berichten zufolge wird der Suchmaschinenbetreiber bald eine Krankenversicherung für Haustier auf den Markt bringen. Man deutet an, dass die Erkenntnisse aus der Suchmaschine die Entscheidung für die Gestaltung dieses Produktes begünstigt hätten.

Sino-French-Life erhitzt Gemüter

Das chinesisch-französische Gemeinschaftsunternehmen hat Anfang April informiert, dass es von einem seiner chinesischen Investoren 1,15 Mio. Euro als Fremdkapital ausleihe, um für die fälligen Lebensversicherungsverträge auszuzahlen. Die Kapitalgeber des Unternehmens sind die Caisse Nationale de Prevoyance aus Frankreich zu 50 Prozent und zwei chinesische Partner je zu 25 Prozent. Gegründet wurde das Joint-Venture 2005. Das Geschäft kam nie richtig in Fahrt. Bis Ende 2017 erwies das Unternehmen eine Zahlungsfähigkeit von minus 4035 Prozent. Dass gerade ein vom Ausland beteiligtes Unternehmen in eine in der chinesischen Versicherungsbranche seltene Schieflage gerät, sorgt für Diskussion. Man fragt sich, warum ausgerechnet die Gemeinschaftsunternehmen nicht in der Lage sind, das…