Quelle: Coface
Erschienen in Ausgabe 6-2018Köpfe & Positionen

Partner statt „Besserwisser“

Führende Versicherungsexperten über Kernkompetenzen und Krisenszenarien

Von Versicherungswirtschaft

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EU-Sanktionen, Brexit oder digitale Konkurrenten scheinen das Geschäft der Risikoträger für Handelsströme nicht sonderlich zu stören. Nur die Angst vor einem Handelskrieg ist deutlich spürbar. Und die Rolle der Kreditversicherer in der Wertschöpfungskette wird immer diffuser. „Was sich im Handel tut, ist das, was uns beeinflusst“, konstatiert Katarzyna Kompowska, CEO Northern Europe Region bei Coface, im Rahmen des vom Versicherer organisierten Länderkongresses. Eines ist für die Managerin klar: „Die Kernexpertise und die Kernkompetenz der Kreditversicherer ist die Risikoübernahme und die Risikosteuerung“. Man müsse aber auch umdenken, weg vom „Besserwisser“, hin zum Partner. „Dadurch, dass wir alle digital aufgestellt sind, dass wir mit vielen Daten zu tun haben, dass wir mit vielen Trends zu tun haben, werden wir hoffentlich ein starker Partner bleiben“, gibt sie sich optimistisch. Müßig zu erwähnen, dass auch die Frage nach den digitalen Playern durch die Insurtechs und deren Rolle auf dem Kreditversicherungsmarkt auf dem Tableau steht. Ob Coface diese eher als Konkurrent oder Geschäftspartner sehen will, ließ die Managerin zwar vordergründig offen. Aber: Lernen könnte man von den digitalen Versicherungs-Start-ups vor allem bei der Prozesseffizienz sowie bei einer schnelleren Datenverarbeitung. Wenig überraschend also, dass die Kreditversicherer die neuen Player beobachten werden – die Tendenz dabei: Mehr Chancen als Risiken. Ob und inwieweit der Faktor Mensch dabei zukünftig noch eine Rolle spielen wird, bleibt wohl noch ein großes Geheimnis, auch wenn die Rolle des klassischen Sachbearbeiters in den kommenden zehn bis 15 Jahren redundant sein könnte, wie Bernd Weiß von der Hochschule Bochum glaubt. (td)

Finanzierungslücke

Die Pensionskassen waren das beherrschende Thema auf der Jahrespressekonferenz der Bafin. Denn von den 137 deutschen Pensionskassen steht ein Drittel unter unterschiedlich intensiver Beobachtung. Das ist alarmierend. Die Schwächsten aus dieser Gruppe stellen zehn Prozent der Deckungsrückstellungen aller Kassen, das ist noch alarmierender. Die Gründe für die heikle Situation sieht Bafin-Exekutiv-Direktor Frank Grund im Geschäftsmodell der Kassen. Das Portfolio der LV-Unternehmen sei nicht (mehr) so zinsintensiv wie das der Pensionskassen, wodurch sich die anhaltende Niedrigzinsphase bei den Kassen stärker bemerkbar mache. Den Pensionskassen fehlt das nötige Kleingeld. „Ohne zusätzliches Kapital von außen werden einige Pensionskassen…