Erschienen in Ausgabe 6-2018Unternehmen & Management

Kaderschmieden der Digital Natives

Start-ups laufen Beratungshäusern als Ausbildungsstätte für die Management-Elite den Rang ab

Von Versicherungswirtschaft

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Wer Ambitionen für einen CEO-Posten in der Versicherungswirtschaft hegt, dem darf es nicht fehlen am berühmten Führungsgeschick zwischen Hard- und Soft-Skill. Während sich Top-Manager des alten Schlags von Reinhold Schulte über Uwe Laue bis Ulrich Wallin innerhalb eines Unternehmens ganz nach oben arbeiteten und vernetzten, gehört es in der aktuellen Generation um Insurance-Macher wie Oliver Bäte oder Thomas Buberl zum guten Ton, sich diese Executive-Fähigkeiten im Spitzen-Consulting anzueignen – gerade weil letztere Gruppe auch in die komplexen, hochsensiblen Bereiche der Unternehmen hineingeht und strategisch kühl aufzeigt, was besser gemacht werden muss. „Die Fähigkeit, inhaltliche Kompetenz mit Outside-in-Perspektive zu vereinen, macht Berater besonders wertvoll für die Unternehmen“, berichtet Jonas Lünendonk, Geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk GmbH, Gesellschaft für Information und Kommunikation.

Fallbeispiel Dennis Just

In Zeiten von digitalen Start-ups und Insurtechs lässt sich schon jetzt vorausahnen, dass künftig eine ganz neue Vorstandselite die gegenwärtigen Machtstrukturen durchdringen wird: die Digital Natives. Im Vergleich zu älteren Generationen sind sie von klein auf mit der Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen. Mit Mobiltelefonen, Computern, Tablets und sozialen Netzwerken gehen sie wie selbstverständlich um. Doch ist das wirklich alles, um „disruptiv“ zu sein? Mitnichten, vielmehr geht es um Leader, die strategische Visionen mit der technologischen Realität verknüpfen können. Gefragt sind agil denkende Manager, die mit Aussicht auf Erfolg experimentierten statt funktionierende Prozesse zu perfektionieren.

Als Gegenpol gehören Versicherer, bedingt durch ihr anspruchsvolles Kerngeschäft – den Verkauf von unsichtbaren Produkten und Services – zu den Marktakteuren, die mit voller Wucht von der Modernisierungs- und Digitalisierungswelle erfasst werden. Woche für Woche erreichen die  Versicherungswirtschaft neue Studien und Erhebungen, die das schicksalhafte Change-Management der Unternehmen beleuchten. „Digitalisierung: Wer investiert und profitiert – wer verliert?“, „Digitalisierung verändert Unternehmen weltweit und branchenübergreifend“, „Digitalisierung verschärft Wettbewerb“ titeln die Studien. Neben der versicherungstechnisch-aktuarischen Fachwelt befeuern vor allem Industrie 4.0 und Big Data-Projekte den branchenweiten Ruf nach digitaler Expertise und neuen Denkwegen. Diesem folgte erst kürzlich der Jungunternehmer…