Erschienen in Ausgabe 6-2018

Bilanzen

Gothaer, SV Sparkassenversicherung, Hanse Merkur, Provinzial Rheinland

Von Monika Lier und Susanne Görsdorf-Kegel und Tobias DanielVersicherungswirtschaft

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Gothaer

Nach drei Jahren im Rückwärtsgang läuft die Gothaer Lebensversicherung nach den Worten von Vorstand Michael Kurtenbach nun wieder im Vorwärtsgang. 2017 war das Einmalbeitragsgeschäft weiter zurückgefahren worden. Damit fiel das Neugeschäft um rund ein Fünftel. Im ersten Quartal 2018 legten das Neugeschäft um 40% und die Bruttobeiträge um 10% zu. Wachstumstreiber seien das kapitalmarktorientierte Einmalbeitragsprodukt „Gothaer Index Protect“ sowie der Bereich betriebliche Altersvorsorge (bAV), bei dem erste Impulse aus dem zum 1. Januar 2018 in Kraft getretenen BRSG spürbar seien. 75% des Neugeschäfts entfielen 2017 auf die „Fokussegmente“ Biometrie und bAV. Der Lebensversicherer weist eine Stornoquote von 4,0 (4,1) % aus. Während die Verwaltungskostenquote unverändert 1,9% betrug, erhöhte sich der Abschlusskostensatz wegen der verringerten Neugeschäftsbasis auf 5,9 (5,4)%. Im Kapitalanlageergebnis von 681,2 (714,5) Mio. Euro stecken 246,5 (194,7) Mio. Euro ao. Ergebnis. Die Nettoverzinsung wird mit 4,5 (4,7)% angegeben.
Die Zinszusatzreserve (ZZR) wurde 2017 um 243 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro erhöht. Für 2018 wird mit einer Zuführung von rund 300 Mio. Euro gerechnet. Bis 2023 werde man nach bisheriger Berechnungsmethode auf 2 bis 2,4 Mrd. Euro ZZR erreichen müssen. „Für die Gothaer ist das ohne Hilfe aus eigener Kraft zu schaffen“, so Kurtenbach. Anders als Wettbewerber stellt sich die Gothaer nicht darauf ein, dass die Berechnungsmethode zur ZZR noch in diesem Jahr geändert wird. Zur Finanzierung der ZZR notwendige stille Reserven würden demzufolge kontinuierlich gehoben. Aus dem Rohüberschuss von 162,7 (138) Mio. Euro wurden 121,3 (71,9) Mio. Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugewiesen, die damit 556,3 (559,5) Mio. Euro beträgt. Getragen von der Kapitalmarktentwicklung, aber auch Änderungen bei Aktiva und Passiva haben sich die Solvenzquote voraussichtlich sowohl bei den Einzelgesellschaften als auch für die Gruppe deutlich verbessert. Der Lebensversicherer kommt zum Jahresende auf  325 (212)% (mit Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung). „Wir steigen aber nicht in einen Wettbewerb um Solvenz ein“, sagte Konzernchef Dr. Karsten Eichmann, der nach einer „optimalen“ und nicht höchstmöglichen Quote strebt. Die Gothaer Allgemeine Versicherung wuchs 2017 um 5,8% auf 1,82 Mrd. Euro Beitrag; ohne die Integration der Tochtergesellschaft Asstel hätte das Plus 3,6% betragen. Dank einer geringeren Schadenquote fiel die Combined Ratio…