Erschienen in Ausgabe 5-2018Trends & Innovationen

Vermittler stemmen sich gegen Provisionsdeckel

Von VW-Redaktion

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) präzisiert ihre Pläne eines Richtwerts für Abschlusscourtagen bei Lebensversicherungen. Versicherer sollen maximal 2,5 Prozent der von Kunden während der Vertragslaufzeit zu zahlenden Prämien für Abschlussprovisionen an Vermittler ausgeben dürfen. Die 2,5 Prozent können aber auf insgesamt 4,0 Prozent steigen, wenn Vermittler bestimmte Qualitätskriterien wie eine niedrige Stornoquote und eine geringe Anzahl von Kundenbeschwerden erfüllen. Bei den Vermittlerverbänden stößt der Bafin-Vorschlag auf Kritik: "Die Vermittler haben schon im Zuge des LVRG seit 2014 deutliche Provisionseinbußen hinnehmen müssen, zudem mit Stornohaftzeiten von sieben Jahren und mehr", beklagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. Der AfW attackiert die Bafin direkt und wirft der Behörde vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten: "Ein solcher Provisionsdeckel wäre ein erheblicher Eingriff in die grundrechtlich geschützte Gewerbefreiheit." Die Managementberatung Zeb hat sich die Pläne genauer angeschaut und stellte anhand von Modellrechnungen fest: Die geplante Reform würde zu "signifikanten Einnahme- und Liquiditätsrückgängen" führen und einige Vermittler in die "Insolvenz treiben". Anderer Meinung ist hingegen Hans-Georg Jenssen, VDVM-Geschäftsführender: "Der Vorstoß der Bafin ist vor dem Hintergrund der IDD-Anreizwirkung zu verstehen und weniger verwerflich und schädlich als ein echter Provisionsdeckel. Wir halten den Vorschlag für gar nicht so schlecht.” Der Grund: "Unsere Mitglieder machen hauptsächliche bAV und kommen bereits mit den 25 Promille gut hin." Verbrauchschützer stellen sich auch gegen eine Deckelung, aber aus einem anderen Grund: „Denn dann verkaufen die Vertriebe das gedeckelte Produkt nicht mehr und gehen zur nächst-höchst provisierten Ware über", sagt Dorothea Mohn, Verbraucherzentrale Bundesverband, in der April-Ausgabe der Versicherungswirtschaft.