Erschienen in Ausgabe 5-2018Unternehmen & Management

Kampf um die Krone

Mutua Madrileña greift nach der Marktführerschaft im Sachgeschäft

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Es ist ein sagenhafter Aufstieg. Die Mutua Madrileña ist in der spanischen Nichtlebensversicherung inzwischen auf Augenhöhe mit dem traditionellen Marktführer Mapfre. Das zeigen die gerade vom Forschungsinstitut Icea vorgelegten Zahlen zu den führenden Versicherungsgruppen in diesem Segment 2017. Danach erzielt der in Madrid beheimatete Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in Spanien ein Prämienvolumen in Höhe von 4,82 Milliarden Euro mit einem Marktanteil von 14,16 Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Mutua Madrileña mit 6,9 Prozent ein weiteres Mal deutlich über dem Marktdurchschnitt wachsen. Sie erzielte die höchste Steigerungsrate unter den zehn führenden Nichtlebensversicherern. Noch entscheidender ist jedoch der direkte Vergleich mit der Mapfre, dem langjährigen Konkurrenten um die Krone unter den spanischen Nichtlebensversicherern. Die seit Jahrzehnten führende Mapfre erreichte 2017 zwar ein respektables Wachstum in diesem Segment, jedoch konnte sie mit einem Zuwachs von drei Prozent auf 4,85 Milliarden Euro nicht einmal halb so stark zulegen. Der Marktanteil der Mapfre verringerte sich dadurch erneut leicht auf 14,25 Prozent. Der Mutua Madrileña fehlen damit gerade einmal Prämieneinnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro bis zur Marktführerschaft. Angesichts der Tendenz der vergangenen Geschäftsjahre ist es nur noch eine Frage von Monaten, bis dieses Ziel erreicht ist. 

Allfinanzbündnis verleiht Flügel

Der Aufstieg der Mutua Madrileña ist eine Erfolgsstory der besonderen Art. Bis ins Jahr 2005 war der VVaG ein ausschließlich auf die Region Madrid beschränkter Regionalversicherer mit der Kraftfahrtversicherung als alleinige Geschäftsaktivität. Auch in Sachen Vertriebskanäle herrschte Monokultur. Die Kunden kamen in die Niederlassungen der Mutua Madrileña und die Policen wurden direkt verkauft. Damit erreichte das grundsolide Assekuranzhaus in der Region Madrid einen Marktanteil von 40 Prozent und war unangefochtener Marktführer. Angesichts des ausgeschöpften Marktpotenzials in der Region beschloss sie dann eine aggressive Wachstumsstrategie mit einer zunächst landesweiten und mittlerweile auch internationalen Expansion. Gleichzeitig trat die Mutua Madrileña in neue Marktsegmente ein. Sie forcierte sowohl das organische Wachstum, als auch die Expansion über zahlreiche Zukäufe. Ergebnis: Heute stammen nur noch 36 Prozent des Prämienvolumens aus der Region Madrid. Der Quantensprung und Garant für die aktuelle Wachstumsstärke war der Erwerb…