Erschienen in Ausgabe 5-2018Unternehmen & Management

China First

Trump´sche Handelszoll-Offensive lässt chinesische Versicherer kalt

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Das größte chinesische private Versicherungsunternehmen Ping An will seinen Fokus bzgl. Investitionen weiterhin ganz auf den inländischen Markt setzen. Das hat der Chef-Investor des Unternehmens Chen vor kurzem auf der Jahresbilanzkonferenz in Schanghai und Hongkong betont. Vor dem Hintergrund, dass US-Präsident Trump beabsichtigt, auch chinesische Investitionsmöglichkeiten in den USA einzuschränken, wollte der Ping An Manager andeuten, dass sein Unternehmen so gut wie gar nicht von den verkündeten Maßnahmen der US-Regierung betroffen sei. Angaben zufolge hat der Branchenprimus nur 3,2 Prozent seines gesamten Vermögens im Ausland investiert, überwiegend in Büroimmobilien in London und in Fonds aus Hongkong.  Und tatsächlich hat sich Ping An bisher mit seinen Investitionen ganz auf das Inland konzentriert, meistens in Pharma- und technologische Unternehmen. Mitte März hat sich der Versicherer für umgerechnet 333 Mio. Euro an einem großen Unternehmen für Heilkräuter zu 12 Prozent beteiligt. In den vergangenen zehn Jahren hat Ping An 6,4 Mrd. Euro in Technologie-Unternehmen und neue Technologien gesteckt. Für den Zeitraum von 2018 bis 2028 ist geplant, die Investitionen in diese Branchen zu verdoppeln. Zudem hat Ping An gerade im letzten Jahr chinesische Staats- und Unternehmensanleihen in großem Stil eingekauft. Für 2017 soll die Investmentrendite nach eigenen Angaben insgesamt ca. sechs Prozent betragen haben. Indes zeigt sich Ping An auch in Sachen Armutsbekämpfung durchaus engagiert.
Der legendäre Chef Ma Mingzhe hat vor Kurzem verkündet, dass der Konzern ein Kreditvolumen von 100 Mrd. Yuan (umgerechnet 13 Mrd. Euro) ohne Zinsen zur Förderung der wirtschaftlich rückständigen ländlichen Regionen zur Verfügung stelle. Neben der Förderung von Unternehmensgründungen sollen Verbesserungen der medizinischen Versorgung und  die Ausstattung von Schulen unterstützt werden. 1.000 Praxen in schwer erreichbaren ländlichen Gebieten sollen mit diesem Kredit neu gegründet bzw. aufgerüstet werden. Geplant ist auch, für mehr als 10.000 Landärzte eine neue Online-Plattform für Weiterbildungskurse aufzustellen. Die vorbildliche Tat von Ping An macht Schule. Alibaba-Chef Jack Ma legt einen mit 1,3 Mrd. Euro ausgestatteten Fonds zur Förderung armer ländlicher Regionen auf. Dabei unterstrich Ma, dass es sich nicht um eine finanzielle Unterstützung armer Menschen handele, sondern um eine Starthilfe für Unternehmensprojekte, die von Grund auf Armut beseitigen oder zumindest…