Erschienen in Ausgabe 4-2018Unternehmen & Management

Bilanzen

Allianz, R+V, Hannover Re, Munich Re, Mapfre, Swiss Life, Swiss Re, SV Versicherung, Nürnberger

Von David Gorr und Alexander Kaspar und Tobias Daniel und Maximilian Volz und Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Allianz SE

Gute Ergebnisse aus dem Asset-Management und erstmals auch wieder gute Zahlen aus dem Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft haben der Allianz SE für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 ein operatives Ergebnis von 11,1 Mrd. Euro beschehrt. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im selben Zeitraum um 3% auf nunmehr 126,1 Mrd. Euro. Trotzdem forderte Allianz-Chef Oliver Bäte bei der Vorstellung des Zahlenwerkes im Rahmen der Jahresbilanz-Pressekonferenz "dramatisch produktivere Prozesse". Im Gegensatz dazu verzichtet die Allianz Deutschland AG zum ersten Mal auf eine eigene Pressekonferenz.
Im Jahr drei auf der Brücke als Steuermann von Deutschlands größtem Versicherungsunternehmen hat Oliver Bäte allen Grund zur Freude: Alle Geschäftsbereiche tragen zum Wachstum des Unternehmens bei, die Allianz ist auf Kurs, die Dreijahresziele der sogenannten "Renewal Agenda" scheinen gut erreichbar zu sein. Jedoch sank im Vergleich zum Vorjahr in der Schaden- und Unfallversicherung aufgrund hoher Schäden aus Naturkatastrophen das operative Ergebnis in dieser Sparte um 7,5% auf mittlerweile 5,1 Mrd. Euro. Das verschlechterte auch die Schaden-Kosten-Quote um 0,9% auf 95,2%. "2017 war ein ganz besonders anstrengendes Jahr" fasste Bäte die letztjährigen Naturkatastrophen zusammen, die 2017 zum teuersten Jahr in der Geschichte des Unternehmens werden ließen. Dennoch, trotz weiter niedriger Zinsen und billigem Geld "haben wir uns ganz wunderbar entwickelt", so Bäte weiter. Um 27% ist der Aktienkurs gestiegen, die Dividende wurde um 5% auf glatte acht Euro angehoben (Bäte: "Die Dividende ist uns heilig") und die Solvency-II-Kapitalquote erreicht nunmehr rekordverdächtige 229% (218% im Vorjahr). Unterm Strich ergibt sich so ein Nettojahresüberschuss von 6,8 Mrd. Euro. Sogar im Segment Leben wurde nach dreijährigem Abrieb der Turn-around geschafft, Dank neuer Produkte und Vertriebe. Stolz ist Bäte hier auf eine Neugeschäftsmarge von 3,4%, obwohl Altgeschäft herausgenommen wurde.
Allianz SE (in Mio. Euro)20172016
Gesamter Umsatz126.149122.416
Operatives Ergebnis11.09711.056
Jahresüberschuss7.2077.329
Schaden-Kosten-Quote95,2%94,3%
Gesamtes verwaltetes Vermögen zum 31. Dezember1.960.0681.870.986
Mit Sorgen blickt der Vorstand jedoch auf das laufende Geschäftsjahr 2018. Bäte und seine Kollegen rechnen mit stiegenden Zinsen, einer Rückkehr der Inflation in den USA, sowie einer insgesamt hohen Volatilität und Unsicherheit in den Kapitalmärkten. Vor diesem Hintergrund ist es beruhigend zu wissen, dasss sich auch bei Pimco die Lage wieder normalisiert hat. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs 2017 zum Jahresende das für Dritte verwaltete Vermögen um 87 Mrd. Euro auf 1,448 Mrd. Euro. Nachdem in den Jahren zuvor, also nach dem Ausstieg von Pimco-Gründer Bill Gross, "wöchentlich zehn Mrd. Euro durch die Tür gegangen sind", so Bäte in der Rückschau. Zufrieden zeigte sich der Vorstand über den Verkauf der Oldenburgischen Landesbank, denn "wir sind keine Bank und können hier nicht helfen".Als Signal der engeren Führung und Anbindung an das Mutterhaus darf auch der Umstand gewertet werden, dass die Allianz Deutschland AG erstmals in diesem Jahr auf eine eigene Pressekonferenz zur Vorstellung der Bilanzen verzichten musste. Nach dem Abgang von Manfred Knof soll der frühere Allianz Italien Chef Klaus-Peter Röhler die Geschäfte ordnen und vor allen Dingen vereinfachen, denn so Bäte in seiner Selbstkritik: "Wir sind viel zu kompliziert", das gelte für Produkte, Formulare und den Vertrieb. Technologie und Intelligenz sollen neu zusammengefasst werden und ähnlich wie bei den Kollegen von der anderen Straßenseite der MunichRe, "mehr Geschäft bei weniger Aufwand" generieren und endlich die Produktivitätsgewinne aus der Digitalisierung realisieren. Doch "damit fangen wir gerade erst an", wie der CEO zugibt, schließlich "soll alles dramatisch produktiver werden". Hier kann Allianz Deutschland bereits liefern: "Wir haben erstmals seit nahezu zwei Jahrzehnten wieder an Policen in der Sachversicherung zugelegt", bilanziert Röhler die jüngsten Zahlen. Das betrifft auch das Segment Kfz. Rund 150.000 Policen hat der Blaue Riese hinzugewonnen und kommt damit insgesamt auf 8,5 Mio. Verträge. Damit ist der Hauptkonkurrent Huk auf Schlagdistanz, elf Mio. Policen hält man in Coburg. Zuwächse konnte Röhler auch in der Sparte Lebensversicherung verzeichnen. Auf 21 Mrd. Euro stiegen hier die Beitragseinnahmen (+ 12% im Vergleich zum Vorjahr).
Nicht weniger als einen Kulturwandel hat sich die Allianz-Führung vorgenommen mit dem inhaltlichen Ziel ein kundenzentriertes Direktgeschäft, welches mehr Vertrauen und Zufriedenheit auf beiden Seiten des Vertriebscounters schafft, anzustoßen. 3,6 Mrd Euro gibt die Allianz konzernweit für die IT aus und es könnte noch mehr werden, abhängig von der Dynamik der Digitalisierung. Naturgemäß wollte Bäte zu möglichen Übernahmen keinen Kommentar abgeben, aber die Preise am Markt seien sehr hoch und schließlich müsse es "strategisch und ökonomisch passen". Als weiteres Ziel hat sich Bäte für die nächsten Monaten vorgenommen, in allen Märkten wo die Allianz noch nicht unter den Top-Five positioniert ist deutlich Boden gut zumachen und zur Spitzengruppe aufzuschließen. ak

R+V Versicherung AG

Wir hatten ein neues Rekordjahr für die R+V. Soviel Umsatz und Gewinn hatten wir noch nie, und soviel Kunden hatten wir noch nie”. Auf diesen kurzen Nenner brachte R+V-Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger die Jahresbilanz des Wiesbadener Versicherers. Dennoch bestimmen die aktuellen Themen wie Run-off oder die Zukunft des autonomen Fahrens das Geschäft. So machte Vorstand Claudia Andersch im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der R+V unmissverständlich klar: “Einen Run-off brauchen wir nicht”. Vielmehr lege man den Fokus auf den Kunden, bei dem man nach wie vor noch einen “sehr hohen Bedarf an klassischer Absicherung” sehe. “Rund 60%unserer Kunden haben sich für eine klassische Absicherung entschieden. Übrigens ist sein sehr großer Bestandteil davon auch in der betrieblichen Altersvrsorge”, betonte die frühere Generali-Managerin. Zudem halte man gerade in der bAV auch weiterhin an Garantien fest. Dennoch scheinen auch alternative Vermögensanlagen eine zunehmende Rolle zu spielen. Demnach sollen die Kunden im Rahmen der Privatrente IndexInvest vor allem von der Entwicklung in des Euro Stoxx 60 profitieren. Zielgruppe seien dabei vor allem Kunden, “die durchaus bereit sind auch mehr ins Risiko, die mehr profitieren wollen von der Entwicklung der Aktienmärkte und mehr Transparenz haben wollen”, erläuterte Rollinger. Dennoch machten sich die aktuellen Entwicklungen in der Lebensversicherung auch in den Bilanzen des vergangenen Jahres bemerkbar. So verzeichnete allein die R+V Lebensversicherung AG, der größte Lebensversicherer der R+V, im abgelaufenen Geschäftsjahr einen leichten Rückgang bei den Beitragseinnahmen auf 4,975 Mrd. Euro (2016: 5,072 Mrd.). Der Vertragsbestand sank ebenfalls leicht auf 4,215 Millionen Verträge (2016: 4,258 Millionen). Auch bei der R+V Lebensversicherung a.G. fiel der Beitragsrückgang im vergangenen Jahr recht deutlich aus: Insgesamt 172 Mio. Euro (2016: 224 Mio.) standen am Jahresende in den Geschäftsbüchern. Demgegenüber blieb der Vertragsbestand mit 56.000 (2016: 55.000) weitgehend stabil. Deutlich positiver verlief hingegen die Geschäftsentwicklung nach Angaben der R+V in der Kranken- sowie der Kompositsparte. So stiegen die gebuchten Bruttobeiträge beim Krankenversicherer der R+V im vergangenen Jahr auf rund 551 Mio. Euro (2016: 507 Mio.). Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen hingegen ebenfalls deutlich auf 251 Mio. Euro (2016: 236 Mio.). Zudem waren zum Jahresende rund 974.000 Menschen (2016: 884.000) bei der R+V krankenversichert, was vor allem auf einen deutlichen Zuwachs bei den Krankenzusatzversicherungen zurückzuführen war. Gleichzeitig ging die Zahl der Vollversicherten im letzten Jahr leicht auf 60.239 (2016: 60.341) zurück. In der Schaden- und Unfallsparte stiegen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen konzernweit ebenfalls um 3,8% auf insgesamt 5,611 Mrd. Euro (2016: 5,406 Mrd.). Demgegenüber stiegen die Versicherungsleistungen gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 3,8% auf 4,2 Mrd. Euro. Dabei stieg allein auch der Aufwand für Elementarschäden laut R+V um rund 10%. So schlug das Jahr 2017 beim Wiesbadener Versicherer mit rund 115.000 Elementarschäden (2016: 77.000) zu Buche. Konzernweit verbuchte R+V im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Beitragsplus von 3,9% auf 15,338 Mrd. Euro (2016: 14,767 Mrd.). Zudem verzeichnete der Wiesbadener Versicherungskonzern im letzten Jahr einen neuen Rekordgewinn von 795 Mio. Euro (2016: 682 Mio.), einem Plus von 16,6% gegenüber dem Vorjahr.

R+V Konzern (in Mio. Euro)20172016
Gebuchte Bruttobeiträge15.33814.767
- Leben/Kranken7.6387.587
- Schaden/Unfall5.6115.406
- Übernommene Rückversicherung2.0891.774
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle10.16110.670
Ergebnis aus Kapitalanlagen3.2513.743
Konzernergebnis 543517
Eigenkapital7.0926.675
Versicherungstechnische Rückstellungen (brutto), inklusive Passivposten89.36684.161

Allerdings machte auch Sturmtief “Friederike” der R+V zu Jahresbeginn gehörig zu schaffen: Rund 47.000 gemeldete Schäden schlugen mit einem Schaden von rund 88 Mio. Euro zu Buche. Damit gelte “Friederike” als eines der größten Unwetterereignisse in der Geschichte des Konzerns. Dennoch zeigte sich Konzernchef Rollinger mit dem Jahresauftakt 2018 durchaus zufrieden. So stiegen die Beitragseinnahmen (HGB) in den ersten beiden Monaten des Jahres auf 3,957 Mrd. Euro (2016: 3,694 Mrd.), einem Plus von 7,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei will die R+V in diesem Jahr zudem die magische Marke von einer Million Versicherungskunden in der Krankensparte knacken, so der R+V-Chef. Dabei will die R+V in den kommenden Jahren hohe Summen in die Digitalisierung stecken, darunter unter anderen eine transparentere Schadenbearbeitung sowie ein Schadentracking im Kundenportal der R+V. Zudem soll es nach Unternehmensangaben auch eine neue Auszahlungsplattform in Kooperation mit Optiopay geben. Außerdem setzt die R+V verstärkt auch auf die Videoberatung durch die Außendienstmitarbeiter. Die Bilanz aus Sicht des Versicherers: Rund 1.000 Beratungsgespräche mit einem Vertragsabschluss von 49%. Weitere 45% der Kunden hatten laut Unternehmen einen weiteren Beratungstermin vereinbart. Gleichzeitig zeigt sich Rollinger davon “überzeugt, dass sich das autonome Fahren durchsetzen wird, weil es einfach wesentlich sicherer ist als von Menschen gefahren”. Zudem glaube man “an das autonome Fahren. Wir wollen auch mehr wissen zum autonomen Fahren”, betonte der R+V-Chef. Dennoch glaubt er nicht daran, dass die Kfz-Versicherer durch autonome Fahrzeuge in Zukunft nicht obsolet werden. “Uns wird das Geschäft nicht ausgehen, selbst wenn sich das autonome Fahren durchsetzt”, gibt sich Rollinger optimistisch. Auch wenn die Unfallzahlen in den vergangenen Jahrzehnten durch entsprechende Assistenzsystemen deutlich zurückgegangen sei, “werden wir auch als Versicherer beim autonomen Fahren weiterhin im Rennen bleiben”, prognostizierte der R+V-Chef. Mit Blick auf die eigenen Testreihen mit autonomen Fahrzeugen zog Rollinger zudem eine positive Bilanz. “Inzwischen sind wir rund 1.100 Kilometer gefahren. Bei uns hat es keinen Zwischenfall gegeben, keinen Verletzten, keinen Toten, wir haben über 1.000 Personen befördert und wir haben eine hohe Akzeptanz”, konstatierte der R+V-Chef. Demzufolge soll nach Angaben der R+V in Kürze eine Straßenzulassung erfolgen. Einem möglichen Horrorszenario eines Stellenabbaus durch die Digitalisierung trat Rollinger im Rahmen der Bilanzpressekonferenz konsequent entgegen. So gebe “und die positive Entwicklung den Konzern die Möglichkeit, in eine moderne Unternehmenskultur und in Zukunftsthemen zu investieren”, erklärte Rollinger. So habe man allein im vergangenen Jahr etwa 220 neue Mitarbeiter eingestellt. In diesem Jahr kamen weitere 130 neue Beschäftigte hinzu. Denn: “Nur mit motivierten Mitarbeitern werden wir diesen anspruchsvollen Wandel in die digitale Welt leisten können. So planen wir keinen Stellenabbau, sondern investieren in die Zukunft”, betonte Rollinger. Dabei seien die Neueinstellungen “querbeet in allen Bereichen” geplant, ergänzte Rollinger. Allerdings setze er auch darauf, dass die bisherigen Mitarbeiter “mit in die Zukunft genommen werden. Wir bauen darauf, dass die Mitarbeiter keine Angst haben vor der Digitalisierung, sondern dass wir sie mit in die neue Welt hinein nehmen. Dies erfordert von den Mitarbeitern aber natürlich auch eine Veränderungsbereitschaft. Und diese versuchen wir zu fördern, so dass sie einfach positiv in die Zukunft schauen”. td

Hannover Rück SE

Die Hannover Rückversicherung SE in Hannover, eine‚Tochter des Talanx-Konzerns, hat im Geschäftsjahr 2017 nicht wie erhofft  erneut einen Milliardengewinn erzielt. Nach 1,17 Mird. Euro im Vorjahr standen unter dem Strich „nur“ 959 Millionen Euro. Verfehlt wurde das Ziel nach einer Reihe von schadenarmen Vorjahren durch eine Häufung von Naturkatastrophen. Besonders stark zu Buche schlugen vor allem drei schwere Wirbelstürme  und die Waldbrände in Kalifornien. Sie trieben die Belastung durch Großschäden auf den höchsten Stand in der Geschichte des Unternehmens. Die Nettobelastung durch Großschäden belief sich auf 1,13 Mrd. Euro nach 627 Mio. Euro im Vorjahr und übertraf damit auch das Großschadenbudget von 825 Mio. Euro. Dennoch blieb das Schaden-/Unfallgeschäft des weltweit drittgrößten Rückversicherers profitabel, denn die Schaden-/Kostenquote belief sich auf 99,8%. Es wurden also immerhin noch nach Abzug der Kosten auf jeden Euro Prämie noch 2 Cent verdient. Die Häufung von Katastrophen bereitet dem Unternehmen wie Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Bilanzvorlage hervorhob kein allzu großes Kopfzerbrechen. Alle fünf bis sieben Jahre müsse man damit rechnen. Ähnlich hohe Schadenbelastungen habe es 2001, 2005 und 2011 gegeben. Darauf müssten sich die Rückversicherer einstellen. Mit Blick auf das Risikomanagement  ist Wallin überzeugt, dass die Hannover Rück mit noch größeren Schäden fertig werden kann. Die risikogerechte Zeichnungspolitik und konservative Schadenreservierung spiegeln sich in den Abwicklungsgewinnen wider, die im vergangenen Jahr bei über einer Milliarde lagen. So konnten auch jetzt endgültig die Schäden durch die Terroranschläge mit entführten Flugzeugen auf das World Trade Center und das Pentagon 2001 abgewickelt und  Rückstellungen in der Sparte Luftfahrt aufgelöst werden.

Bilanz Hannover Rück SE

Hannover Rück (in Mrd. Euro)20172016
UmsatzXXXXXX
Beitragseinnahmen (brutto)17,816,4
Beitragseinnahmen (netto)15,614,4,
Bilanzsumme61.163.5
Kapitalanlagen40,141,8
Ergebnis aus Kapitalanlagen1,771,55
Versicherungstechnisches Ergebnis -0,49+0,12
Gewinn (nach Steuern)0,961,17
Operatives Ergebnis1,361,69
Schaden-/Kostenquote99,8 %92,7 %
Großschäden in Prozent der verdienten Nettoprämie12,3 %7,8 %
Selbstbehalt90,5 %89,3 %
Eigenkapitalrendite10,9 %13,7 %

Der im Vergleich zur Konkurrenz moderate Gewinnrückgang und die Ausschüttung einer unveränderten Dividende an die Aktionäre in Höhe von 5 Euro ist auch ein Ergebnis der guten Kapitalanlageerträge, die nach den sich abzeichnenden Großschäden durch die Hurrikane mit Hilfe des Verkaufs des gesamten Pakets börsennotierter Aktien im 3. Quartal um 14,4% nach oben gepusht worden sind. Die Verkäufe erbrachten einen Ertrag von 225 Mio. Euro. Dadurch übertraf die Kapitalanlagerendite mit 3,8% den Zielwert von 2,7% deutlich. 
Enttäuscht wurde Wallin von der Personen-Rückversicherung, die deutlich weniger zum Konzernergebnis beitrug als 2016. Belastet wurde das Ergebnis erneut durch das US-Mortalitätsgeschäft. Die Sterblichkeit bei einem 2009 von der im Zuge der Finanzkrise ins Schlingern geratenen Scottish Re übernommenen großen Vertragsbestandes mit einem Prämienvolumen von rund einer Milliarde Euro war höher als erwartet. Einmalig fielen im Rahmen der Bestandsbereinigung Ausgaben von 45 Mio. Euro an. Dadurch wurden verlustträchtige Verträge abgelöst. Diese Politik wird laut Wallin auch im laufenden Jahr verfolgt. Prämienerhöhungen führten zu Vertragskündigungen, über die Wallin aber nicht traurig ist. Das Neugeschäft ist wie er betont profitabel.
Für das laufende Jahr gibt sich der Vorstandschef optimistisch. Wenn es keine ungewöhnlich hohen Großschäden gibt (das Großschadenbudget ist unverändert mit 825 Mio. Euro dotiert), so rechnet er mit einem Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro.  Und wenn die Kapitaldecke so komfortabel wie bisher bleibt, will er auch für dieses Jahr mehr als die geplanten 35 bis 40% des Nettogewinns an die Aktionäre ausschütten. Untermauert wird die Gewinnerwartung von der Preiswende am Rückversicherungsmarkt, auch wenn die Steigerungen nicht so hoch ausfielen wie erhofft. Mehr Kapazitäten insbesondere von Seiten der Hedgefonds sorgen nach Wallin weiter für einen weichen Markt. Insgesamt konnten jedoch die Raten nach Jahren des Rückgangs um 1,4% verbessert werden. In der traditionellen Schaden-Rückversicherung wurde daher das Prämienvolumen um 12,7% gesteigert .Weiter am Boden liegen die Raten im Luftfahrt-Geschäft; sie decken den Angaben zufolge nur noch normale Kleinschäden. Kapitalkosten werden nicht verdient. Wallin fährt daher das unrentable Geschäft noch weiter zurück, obwohl es bereits von rund 1 Mrd. Euro Prämienvolumen vor einigen Jahren auf 200 Mio. Euro zusammengeschrumpft ist. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet Wallin mit einem Anstieg der Beitragseinnahmen um gut  5%. Im Vorjahr hatten sie brutto bereits um 8,8% zugelegt, nachdem sie im Jahr davor erstmals nach vielen Jahren wegen unzurureichender Prämiem zurückgefahren worden waren. Als Kapitalanlagerendite werden erneut 2,7% angepeilt.  Wieder langsam aufgebaut werden soll der Aktienbestand, während hochverzinsliche Unternehmensanleihen zum Verkauf stehen. Das Eigenkapital des Konzerns hat sich wegen des schwachen Dollar im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert. Das gesamte haftende  Kapital belief sich auf 10,8 (11,2) Mrd. Euro.  Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit des Unternehmens hat dieser währungsbedingte Rückgang den Angaben zufolge nicht. Dies wird auch an der Solvency II-Quote deutlich; sie verbesserte sich bis Ende 2017 auf 260 (230)%. cs

Munich Re

Extreme Wetterereignisse haben die Bilanzen der Münchener Rück verdorben. Gleichzeitig präsentiert deren Erstversicherer Ergo seit langem wieder positive Zahlen. Für Aufsehen hat die Ankündigung von Stellenabbau in München und in den USA gesorgt. Nach einem Jahr steht der neue Vorstandsvorsitzende Joachim Wenning vor großen Aufgaben: Ruhe ins Unternehmen bringen, dabei die digitale Transformation vorantreiben und dabei Mitarbeiter und Kunden mit ins Boot holen. Der Tanker Münchener Rück versucht Kurs zu halten.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren steht die Vokabel "Arbeitsplatzabbau" im Raum und verunsichert die Belegschaft und die Branche. Da kann noch so sehr ein natürlicher "Atmungsprozess" bemüht werden, Entlassungen im großen Stil galten auf dem Supertanker MunichRe lange Zeit als No-go. Unsinkbar sei das Unternehmen, ein Fels in der Brandung, ein Leuchtturm für die weltweite Branche, so Analysten in der Vergangenheit unisono. Jetzt also Abbau und "mit weniger Aufwand mehr Geschäft" schreiben, lautet das neue Credo im Vorstand. Betroffen sind hier die Standorte München und in den USA. Auch wenn dies über Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und die natürliche Fluktuation vollzogen wird, das Vertrauen ist erst einmal beschädigt und muss repariert werden.

Munich Re (in Mrd. Euro)20172016
Gebuchte Bruttobeiträge49,148,9
Verdiente Nettobeiträge47,247,1
Operatives Ergebnis1.2414.025
Konzernergebnis3922.581
Eigenkapital28,231,8
Rückversicherung
Gebuchte Bruttobeiträge31,631,5
Kapitalanlagen85,891,9
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto)68,167,1
Großschäden (netto)–4.314–1.542
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall114,1%95,7%
Ergo
Gebuchte Bruttobeiträge17,517,4
Kapitalanlagen141,4139,4
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto)137,6135,2
chaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall Deutschland 97,5%97,0%
Schaden-Kosten-Quote International95,3%98,0%
Im Leistungsvergleich mit den Wettbewerbern schnitten lediglich zwei Rückversicherer besser ab als die Münchener: Hannover Rück und Scor. Immerhin bleibt die Dividende mit 8,60 Euro auf Vorjahresniveau und bietet Investoren an dieser Stelle eine ordentliche Rendite. Ab April läuft das nächste Aktienrückkaufprogramm, dafür wurde eine Mrd. Euro reserviert. Das Bild hat sich gewandelt im Zuge der digitalisierten Globalisierung und vor allen Dingen im Rahmen der von Europäischen Zentralbank exekutierten Niedrigzinspolitik. Überkapazitäten, "alternative capital" und schließlich eine Häufung von Naturkatastrophen haben zuletzt die Bilanzen der Münchener stark unter Druck geraten lassen. Jahrelang konnte den Medien, Shareholdern und Analysten jeweils im Frühjahr eine blitzsaubere Jahresbilanz mit einem Gewinn von rund 3 Mrd. Euro oder mehr präsentiert werden. Doch ausgerechnet im ersten Jahr als Steuermann muss Joachim Wenning nun einen Verlust verkaufen. Auf magere 392 Mio. Euro brach das Ergebnis im Geschäftsjahr 2017 ein, allein die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" hatten ganze Arbeit geleistet und den Marktführer 2,7 Mrd. Euro gekostet. Auf satte 4,3 Mrd. summierten sich heuer die Gesamtrechnung für Großschäden. Doch in diesem Jahr soll alles wieder besser werden. Für 2018 wird ein Überschuss von bis zu 2,5 Mrd. Euro prognostiziert, zumal sich die Preise im Rückversicherungsgeschäft in den jüngsten Erneuerungsrunden stabilisiert haben und sogar leichte Zuwächse realisiert werden konnten, wie Torsten Jeworrek, im Board zuständig für das Rückversicherungsgeschäft, berichtete.
Doch der Schock über die Belastungen wirkte nur kurz, denn an anderer Stelle läuft es gut im Konzern: "Es läuft alles wie geplant, vielleicht sogar ein bischen besser", berichtete Markus Rieß, im Gesamtkonzern für den Erstversicherer Ergo verantwortlich, nicht ohne Selbstbewustsein. 273 Mio. Euro steuerte Rieß aus 2017 zum Gesamtergebnis bei. Der gleiche Korridor ist für das laufende Geschäftsjahr geplant und mittelfristig werden sogar 600 Mio. Euro anvisiert. Damit ist die Baustelle Ergo erst einmal eingehegt und ein Fundament für nachhaltiges Wachstum gelegt. Wachstum ist auch für die Konzernmutter ein natürliches Ziel aber nicht um jeden Preis. Zwar hat man an der Königinstraße in München durchaus "strategischen Appetit zu anorganischem Wachstum", so der Vorstand auf Nachfragen zum Thema Merger & Acquisitions, aber nicht um jeden Preis, denn "die Preise für Übernahmen sind zur Zeit völlig utopisch", beschreibt Jeworrek die Stimmung am Markt. Gut also, wenn man "keine Handlungsnot" verspürt und erst einmal abwarten kann, wie es z.B. der Axa mit ihrer Übernahme der auf den Bermudas ansässigen XL Group ergeht oder den Kollegen von der Swiss Re mit ihrem neuen Anteilseigner Softbank, welcher eine 30% Beteiligung anstrebt. Mit einem Eigenkapital von gut 28 Mrd. Euro läßt sich erst einmal in Ruhe weiterarbeiten. Klar ist aber auch: Die Schonfrist ist beendet, Wenning muss liefern, nicht nur bessere Zahlen, sondern auch Antworten auf die große digitale Revolution. ak

Mapfre S. A.

„Wir sind zufrieden und 2017 kann als exzellentes Geschäftsjahr bezeichnet werden“, sagt der Präsident der spanischen Mapfre-Gruppe Antonio Huertas auf der Bilanzpressekonferenz.  Die Mapfre hat ihr Prämienvolumen im Geschäftsjahr 2017 um 2,9% auf 23,5 Mrd. Euro erhöht. Der Nettogewinn der Gruppe ist gleichzeitig um 9,7% auf 701 Mio. Euro gesunken. Ursächlich waren außerordentlich hohe Kosten für Naturkatastrophen, die das Nettoergebnis in 2017 mit 125,6 Mio. Euro in der Erstversichrung und mit 58,2 Mio. Euro in der Rückversicherung belastet haben. „Im Geschäftsergebnis 2017 ragen vor allem die gute Entwicklung in Spanien und die großartige Performance der Rückversicherung heraus“, sagt Huertas. Letztere hat trotz der negativen Auswirkung der Naturkatastrophen ihre Schaden-Kostenquote bei 94,8% gehalten und einen Gewinnbeitrag von 163 Mio. Euro beigesteuert. Die Schaden-Kostenquote der Mapfre-Gruppe liegt mit 98,1% 0,7 Punkte über dem Vorjahresniveau. Ohne den Sondereffekt Naturkatastrophen rangiert sie bei 96,9%, rund einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahr. 
In ihrem Heimatmarkt zeigte sich die Mapfre in 2017 wachstumsstark. Unterstützt durch die robuste wirtschaftliche Entwicklung in Spanien ist die Region Iberia (Spanien und Portugal) um 3,8% auf rund sieben Mrd. Euro gewachsen. In Spanien konnte die Mapfre dabei um 4% auf 6,8 Mrd. Euro zulegen, während sich der Gesamtmarkt rückläufig entwickelt hat. Die Schaden-Kostenquote erreicht eine Höhe von 93,4% und verbesserte sich damit um 0,8 Punkte. Die Wachstumsmotoren in der Region Iberia waren für die Mapfre die Autoversicherung und die Lebensversicherung. Die wichtige Kfz-Sparte wuchs um 3,2% auf ein Beitragsaufkommen von 2,2 Mrd. Euro. Die restliche Schadenversicherung erhöhte ihr Volumen um 2,8% auf 1,7 Mrd. Euro. Die Kranken- und Unfallversicherung verzeichnete ein Wachstum von 4,7% auf 549 Mio. Euro. In der Lebensversicherung steht dank der starken Entwicklung im Bankenvertrieb ein sattes Beitragsplus von 4,7% auf 2,3 Mrd. Euro zu Buche.

Mapfre-Gruppe (in Mio. Euro)20172016
Prämieneinnahmen23.48122.813
- davon Nichtleben18.15517.700
- davon Leben5.3265.113
- davon Iberia6.9606.705
- davon Lateinamerika8.0187.385
- davon International4.3984.593
- davon Rückversicherung4.2224.235
Schaden-Kostenquote in %98,197,4
ROE in %7,98,8
Gewinn nach Steuern701775

Auf dem internationalen Parkett wird die Bedeutung des strategischen Kernmarktes Lateinamerika immer stärker. Die Mapfre ist der größte Nichtlebensversicherer Lateinamerikas und in nahezu allen Märkten präsent. In der Erstversicherung stammen in 2017 8 Mrd. Euro oder 41,3% aus dieser Region.  Gegenüber dem Vorjahr konnte Mapfre dort um 8,6% zulegen. Auf den wichtigsten Auslandsmarkt Brasilien entfallen davon alleine 4,5 Mrd. Euro. Das Prämienvolumen erhöhte sich hier in 2017 um 3,5%. In Brasilien legte insbesondere die Nichtlebensversicherung ohne die Kfz-Sparte kräftig um 9,5% auf 1,8 Mrd. Euro zu. Die Lebensversicherung entwickelte sich mit einem Beitragsplus von 1,8% moderat, während die Kraftfahrtversicherung einen Prämienrückgang um 2,2% auf 1,2 Mrd. Euro hinnehmen musste. In Brasilien ist eine Intensivierung der Aktivitäten geplant. „Wir haben volles Vertrauen in den brasilianischen Versicherungsmarkt und wir werden dort weiter investieren“, sagt Huertas. Er kündigt eine Ausweitung des strategischen Allfinanzbündnisses mit dem Bankenriesen Banco do Brasil an. Eine erste Grundsatzvereinbarung sei bereits erzielt. Das Ziel der Mapfre sei es, ihre Marke in Brasilien deutlich zu stärken und den Rang als zweitgrößter Nichtlebensversicherer des Landes zu festigen.
Eine Sonderentwicklung gibt es in der Region Mittelamerika, in der sich  das Prämienvolumen der Mapfre in 2017 sprunghaft um 40% auf 1,8 Mrd. Euro erhöhte. Entscheidend war der mexikanische Versicherungsmarkt, der nach Brasilien der zweitwichtigste Markt der Region ist. Hier stand in 2017 die Erneuerung der Schadensversicherungspolice des mexikanischen Erdölkonzerns Pemex mit zweijähriger Laufzeit an. Das Prämienvolumen der Mapfre ist dadurch in Mexico um 65,2% gestiegen. Die restlichen internationalen Aktivitäten sind im Geschäftssegment International gebündelt, zu dem die Märkte in Nordamerika und Eurasien gehören. Das Beitragsaufkommen ist hier global um 4,2% auf 4,4 Mrd. Euro zurückgegangen. In der Region Nordamerika ist das Geschäftsvolumen um 3,6% auf 2,5 Mrd. Euro gesunken. Der Löwenanteil entfällt dabei auf den wichtigsten Markt USA mit einem Rückgang von 2,6% auf 2,2 Mrd. Euro. Die Mapfre strukturiert ihr Geschäft dort neu. „Wir optimieren die Struktur für ein rentables Wachstum und konzentrieren unsere Aktivitäten auf eine geringere Anzahl von Bundesstaaten“, heißt es von der Mapfre. Eurasien hat einen Rückgang von  5,1% auf ein Prämienvolumen von 1,9 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Die größten Märkte sind hier Türkei (-22%), Italien  (+1%) und Malta (+6%). Das Prämienvolumen der Mapfre in Deutschland ist um 7% auf 311 Mio. gestiegen. Der chinesische Versicherungsmarkt verliert für die Mapfre Priorität. Das Assekuranzhaus hatte dort einen Markteinstieg über ihren Online-Versicherer VERTI in der Planung. Die Spanier beklagen jedoch das langsame Tempo bei dem Verfahren für die Genehmigung zum Geschäftsbetrieb. „Wir wollen in allen Märkten wachsen und nutzen jede Gelegenheit, aber wir sind dort nicht aktiv“, sagt Huertas. Die Bedeutung des Projekts wird herabgestuft und die freigewordenen Mittel sollen in andere Wachstumsprojekte fließen. reh

Swiss Life Gruppe

Das Jahr 2017 war ein gutes für Swiss Life. Auch in Deutschland stimmen die Zahlen, wenn auch ein Großteil auf einem Sondereffekt beruht. Eine höhere Dividende soll die Anleger am Erfolg partizipieren lassen. Swiss Life weist für 2017 in lokaler Währung einen Prämienanstieg von 6% auf 18,6 Mrd. Schweizer Franken aus. Die versicherungstechnischen Rückstellungen zugunsten der Versicherten erhöhten sich in lokaler Währung um 4%. Swiss Life erwirtschaftete im Versicherungsgeschäft laufende direkte Anlageerträge von  4,3 Mio Schweizer Franken. Der Versicherer hat seinen Reingewinn 2017 von 926 Mio. Schweizer Franken auf eine Mrd. Schweizer Franken gesteigert, eine Zunahme von 9%. Das Risikoergebnis lag bei 389 Millionen Schweizer Franken – Vorjahr: 391 Mio. Schweizer Franken. Beim Fee-Ergebnis erzielte Swiss Life eine Steigerung von 11% auf 442 Mio. Schweizer Franken. Damit hat das Unternehmen den eigenen Zielbereich von 400 bis 450 Mio. Schweizer Franken “bereits ein Jahr vor Plan erreicht”. Swiss Life Schweiz erzielte Prämieneinnahmen von 9,3 Mrd. Schweizer Franken. Der Rückgang von 6% sei hauptsächlich auf das Unternehmenskundengeschäft zurückzuführen, wo der Fokus “weiterhin auf der Kapitaleffizienz lag”. Hierzulande verzeichnete Swiss Life einen Ergebnisbeitrag von 137 Mio. Euro, ein Plus von 19%. Die Ergebnissteigerung beinhaltet allerdings einen Sondereffekt von 17 Mio. Euro und basiert  “zusätzlich auf einem verbesserten Kostenergebnis”. Das Fee-Ergebnis blieb laut Konzern konstant auf 57 Mio Euro.

Swiss Life (in Mio. Schweizer Franken)20172016
Verbuchte Bruttoprämien18.56517.366
Fee-Erträge 1.469 1.351
Betriebsgewinn (bereinigt)1.476 1.393
Reingewinn 1.013 926
Eigenkapital 15.583 13.739
Eigenkapitalrendite9.3%9.6%

Patrick Frost, CEO Swiss Life-Gruppe zum Ergebnis: “Wir können mit dem Jahresabschluss 2017 nahtlos an unsere guten Resultate aus den Vorjahren anknüpfen. Sämtliche Einheiten haben sich positiv entwickelt und ihren Ergebnisbeitrag gesteigert. Einen wesentlichen Anteil an unseren guten Ergebnissen hatte das Fee-Geschäft. Dies und die erfreuliche Steigerung des Neugeschäftswerts unterstreichen, dass wir mit der Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells sehr gut unterwegs sind: Wir sind bei allen unseren Zielen von ,Swiss Life 2018′ auf Kurs oder voraus.” Der Konzern strebt eine kräftige Erhöhung der Dividende an. Stolze 13.50 Schweizer Franken pro Aktie soll der Aktionär erhalten, im Vorjahr waren es 11 Schweizer Franken. mv/dg

Swiss Re

Bei Swiss Re brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 331 Mio. US-Dollar (2016: 3,558 Mrd.) ein. Die Prämieneinnahmen sanken ebenfalls auf 34,775 Mrd. US-Dollar (2016: 35.622 Mrd.). Dennoch soll die Dividende auf 5,00 Franken je Aktie (2016: 4,85 Franken) steigen.  Ähnlich wie beim Münchener Konkurrenten Munich Re haben die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres dem Schweizer Rückversicherer die Bilanz gründlich verhagelt – allen voran Zyklon “Debbie” in Australien, die Atlantikstürme “Harvey”, “Irma” oder “Maria”, die Erdbeben in Mexiko und die Waldbrände in Kalifornien, die mit 4,7 Mrd. US-Dollar zu Buche schlugen. Dementsprechend schloss die Sachsparte (P&C) das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 413 US-Dollar ab. Zum Vergleich: Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 2,1 Mrd. US-Dollar in den Büchern. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) stieg deutlich auf 111,5% (2016: 93,5%). Die Prämieneinnahmen gingen ebenfalls deutlich um 8,8% auf 16,544 Mrd. US-Dollar (2016: 18.149 Mrd.) zurück. Deutlich positiver verlief hingegen das Geschäft in der Leben- und Krankensparte (L&H) mit einem Gewinn von rund 1,087 Mrd. US-Dollar (2016: 807 Mio.). Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen ebenfalls um 4,0% auf 13,313 Mrd. US-Dollar (2016: 12,801 Mrd.). Positiver Nebeneffekt: Die US-Steuerreform bescherte dem Schweizer Rückversicherer immerhin noch einen Ertrag von rund 93 Mio. US-Dollar. Freuen können sich auch die Aktionäre der Swiss Re: So will der Konzern seinen Anteilseignern auf der Generalversammlung am 20. April 2018 eine Dividendenerhöhung auf 5,00 Franken je Aktie (2016: 4,85 Franken) vorschlagen.
Swiss Re Gruppe (in Mrd. Euro)20172016
Verdiente Nettoprämien33,733,2
Konzernergebnis0,3313,56
Schaden-Kosten-Quote111,5%93,5%
Eigenkapitalrendite1%10,6%

Zudem plant die Swiss Re ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über ein Volumen von einer Milliarde Schweizer Franken. Ein Rückkaufprogramm  hatte der Rückversicherer bereits am 16. Februar beendet. Zu einer Minderheitsbeteiligung der japanischen Softbank hielt sich der Konzern jedoch bedeckt. Demnach seien die Gespräche in einem sehr frühen Stadium, konstatierte Finanzvorstand David Cole. Das Ergebnis sei dabei völlig offen. “Die schweren Naturkatastrophen von 2017 sind viel mehr als Schadenereignisse; sie sind vor allem menschliche Tragödien. Wir sind erschüttert von den Zerstörungen und dem Leid der Betroffenen. In Zeiten wie diesen wird die zentrale Rolle von Rück-/Versicherern besonders deutlich: Wir helfen Menschen, Unternehmen und der Gesellschaft nach Katastrophen wieder auf die Beine”, kommentiert Vorstandschef Christian Mumenthaler die Jahresbilanz für das vergangene Jahr. So habe 2017 “eindrücklich belegt, dass sich unsere Strategie, eine herausragende Kapitalausstattung zu wahren und im Underwriting diszipliniert vorzugehen, bewährt”, ergänzt der CEO der Swiss Re. "Zugleich glauben wir, dass der Ausblick für die Versicherungsindustrie heute positiver ausfällt als in den vergangenen vier Jahren. Veränderte Marktbedingungen wie die Anpassung des Preisniveaus bei Property & Casualty sowie ein Anstieg der Zinsen dürften unserem Geschäft zugutekommen. Darüber hinaus unterstreichen die Katastrophen einmal mehr die Bedeutung großer globaler Rück-/Versicherer und ihre Verantwortung, die nach wie vor große weltweite Deckungslücke zu verringern. So zeigt sich, dass der Versicherungsbedarf aufgrund von Entwicklungen wie dem Bevölkerungswachstum und der Konzentration von Vermögenswerten in katastrophengefährdeten Regionen weiter steigt”, prognostiziert Mumenthaler. td

SV Sparkassenversicherung

Die SV Sparkassenversicherung hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 im Kompositgeschäft gut verdient. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 3,% auf 1,51 Mrd. Euro (2016: 1,45 Mrd.). “Wir erwarten mit 49,6 Mio. Euro (2016: 42,4 Mio.) erneut ein sehr gutes Jahresergebnis”, betont SV-Vorstandschef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl. Wachstumstreiber war nach Unternehmensangaben vor allem die Gebäudeversicherer. Demnach stiegen die Prämienneinnahmen im Jahr 2017 vor allem in den privaten Sachversicherungen (plus 5,1%) und hier in den Sparten Wohngebäude (plus 5,2%), Hausrat (plus 4,3%) sowie in den Unfallversicherungen (plus 8,9%) und Kraftfahrtversicherungen (plus 4,4%). Das Neugeschäft nach Bestandsbeitrag lag 2017 laut SV mit 98,2 Mio. Euro (2016: 99,2 Mio.) auf Vorjahresniveau. Insgesamt kamen knapp 420.000 neue Verträge hinzu. Im Firmengeschäft verzeichnete die Sparkassenversicherung zudem ein Beitragsplus von 8,3% auf 100,5 Mio. Euro (2016: 92,8 Mio.). Das Neugeschäft nach Bestandsbeitrag wuchs nach Unternehmensangaben um 11%. Dabei verzeichnete die SV Ende 2017 einen Bestand von rund 413.500 Verträgen.

Im Kraftfahrtgeschäft verzeichnete die SV ein Beitragsplus um 4,4% auf 250,9 Mio. Euro (2016: 240,2 Mio.). Das Neugeschäft nach Bestandsbeitrag blieb nach Unternehmensangaben stabil auf dem Vorjahresniveau von 48,9 Mio. Euro. Die Schaden-Kostenquote in Kraftfahrt beträgt 99,6% (2016: 98,1%). “Im Mai ergänzen wir unseren PrivatSchutz und integrieren mit dem E-BikeSchutz einen neuen Baustein. Wir reagieren damit auf die zunehmend beliebter werdenden Pedelecs”, ergänzt Wolff von der Sahl. Auf der Ausgabenseite verzeichnete die Sparkassenversicherung bei den Schadenaufwendungen um 5,8% auf 1.044,6 Mio. Euro (2016: 1.109,1 Mio.). Die Gründe dafür sieht der öffentliche Versicherer in einer geringen Schadenbelastung und dem eigenen Schadenmanagement. Die Schade-Kostenquote sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 82,7% (2016: 92,2%). Allerdings hinterlassen die Unwetter zu Jahresbeginn ihre Spuren in den Geschäftsbilanzen. So rechnet die SV in ihrem Geschäftsgebiet mit einem Schaden durch Sturmtief “Burglind” in Höhe von 25 Mio. Euro. Nach Orkan “Friederike” rechnet die SV mit rund 15.000 Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen mit einem Schadenvolumen in Höhe von 30 Mio. Euro. Deutlich getrübter sind hingegen die Geschäftsergebnisse in der Lebensparte: Demnach sanken die gebuchten Bruttobeiträge um 9,8 Prozent auf 1,72 Mrd. Euro (2016: 1,91 Mrd.). Die laufenden Beiträge blieben mit 983,4 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig sank Neugeschäft nach Beitragssumme deutlich um 10,7 Prozent auf 2,73 Mrd. Euro (2016: 3,06 Mrd.). Konzernweit rechnet die SV auf der Basis der vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2017 mit einem Prämienrückgang von 3,9 Prozent auf 3,23 Mrd. Euro (2016: 3,36 Mrd.). Und dennoch: “Wir konnten mit unseren modernen Produktlösungen für Privat- und Firmenkunden und mit unserem Schadenmanagement gute Ergebnisse erzielen. Wir sind sehr zufrieden”, kommentiert SV-Vorstandschef Wolff von der Sahl. "Die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren in der Versicherungsbranche weiter an Fahrt aufnehmen. In dem Digitalisierungsprogramm “SV Digital” haben wir unsere Aktivitäten gebündelt, um gezielt und konsequent voranzuschreiten. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Im Zentrum aller Entwicklungen stehen die Bedürfnisse des modernen Kunden, der alle Wege der Kommunikation nutzen möchte, dazu Wert legt auf schnellen Kundenservice und flexible Produkte zu marktgängigen Preisen”, prognostiziert der SV-Chef für 2018.

Nürnberger Versicherung

Die Nürnberger verzeichnete im vergangenen Jahr ein Beitragsplus von 2,0 Prozent auf 3,403 Mrd. Euro (2016: 3,335 Mrd.). Das Neugeschäft stieg auf 513,8 Mio. Euro (2016: 496,1 Mio.). Wachstumstreiber waren dabei laut Versicherer die Krankenversicherung (+20,9 Prozent) und in der Schadenversicherung (+17,9 Prozent). Im Geschäftsjahr 2017 trugen die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG mit 12,5 (12,5) Mio. Euro, die CG Car-Garantie Versicherungs-AG mit 3,6 (4,3) Mio. Euro., die Nürnberger Krankenversicherung AG mit 3,0 (3,5) Mio. Euro, die Nürnberger Verwaltungsgesellschaft mbH mit 3,0 (0,0) Mio. Euro und die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft mit 1,5 (1,5) Mio. zu den Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen bei.

Nürnberger Konzern (in Mio. Euro)20172016
Eigenkapital801730
Gebuchte Bruttobeiträge3.4033.335
Erträge aus Kapitalanlagen931800
Provisionserlöse5354
Konzernumsatz4.3874.189
Aufwendungen für Versicherungsfälle2.2642.127
Ergebnis vor Steuern14788
Konzernergebnis10059
Kapitalanlagen29.50727.635
Allerdings musste die Nürnberger im Jahr 2017 insgesamt 2,56 Mrd. Euro für Versicherungsfälle und Beitragsrückerstattungen an ihre Kunden aufbringen (gegenüber 2,44 Mrd. Euro im Vorjahr). Dennoch verbuchte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 4,7 Prozent auf 4,387 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss stieg deutlich von 59,3 Mio. auf 99,5 Mio. Euro. Die Dividende soll stabil bei drei Euro je Aktie liegen. Die gesamten Aufwendungen erhöhten sich von 40,3 Mio. Euro auf 47,1 Mio. Euro. Im Gegensatz zum Vorjahr mussten im Berichtsjahr Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen von insgesamt 92, Mio. Euro vorgenommen werden. Der Steueraufwand ging von 11,7 Mio. Euro auf 3,6 Euro zurück. "Als unabhängiges Unternehmen können wir unsere Verantwortung für die Gesellschaft, für Kunden, Mitarbeiter und Partner sowie für die Branche und die Region wirkungsvoll wahrnehmen. Unser Ziel ist die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen unserer Kunden mit für sie passenden Produkten und Dienstleistungen sowie flexiblen, digitalen Systemen und Prozessen. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg”, kommentiert Vorstandschef Armin Zitzmann die Geschäftsbilanz 2017. Für 2018 rechnet er zudem mit einem Wachstum der laufenden Neubeiträge vor allem aus dem Geschäft mit Biometrie- und Fondsprodukten. Allerdings befürchtet der Konzern wegen steigender Zuführungen zur Zinszusatzreserve einen erheblichen Rückgang des LV-Gesamtergebnisses. Aber: Die Lebensversicherung “ist und bleibt ein unverzichtbarer und wertvoller Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Dieses Geschäftsfeld werden wir nicht nur erhalten, sondern aufbauen”, betont Zitzmann. Das will er mit neuen Produkten schaffen, die zunehmend digital sind. „Neue Produkte und Services, die den aktuellen Erwartungen an Transparenz und Verständlichkeit gerecht werden, entwickeln wir jetzt in agilen Projektteams“, erklärt Zitzmann. „Bereits bei der Umsetzung der IDD-Richtlinie haben wir schon gezeigt, wie schnell und flexibel wir agieren können.“ td