Erschienen in Ausgabe 4-2018Unternehmen & Management

Schonfrist als Meilenstein gefeiert

Lloyd’s ist erleichtert über vereinbarte Brexit-Übergangsphase

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Im März 2019 tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus. Doch weil bis dahin wohl nicht alle Punkte des Abkommens geregelt sein werden, vereinbaren die EU und London nun eine Übergangsfrist bis Ende 2020. Sie soll die Brexit-Folgen abfedern. Der britische Brexit-Minister David Davis sprach von "einem weiteren wichtigen Schritt". In der Zeit soll Großbritannien sich weiter an alle EU-Regeln halten und auch finanzielle Beiträge wie bisher nach Brüssel überweisen. Dafür behält das Land den Zugang zum EU-Binnenmarkt und bleibt Teil der Zollunion. Unter Vertretern der britischen Wirtschaft verbreitete die Einigung bereits positive Stimmung. "Das ist ein Meilenstein, auf den viele Unternehmen in ganz Großbritannien gewartet haben", sagte der Generaldirektor des britischen Handelskammertags BCC (British Chambers of Commerce), Adam Marshall. Die Einigung sei eine gute Nachricht für im Handel tätige Firmen auf beiden des Ärmelkanals, weil sie kurzfristig mit geringen oder gar keinen Folgen für ihr alltägliches Geschäft zu rechnen hätten. Besonders erleichtert seien Unternehmen darüber, dass sie weiterhin EU-Bürger einstellen könnten, so Marshall. Allerdings tritt die Übergangsperiode nur im Rahmen eines umfassenden Austrittsabkommens in Kraft. "Nichts ist vereinbart, bis nicht alles vereinbart ist", sagte EU-Unterhändler Michel Barnier. Knackpunkt bleibt die Vermeidung einer festen Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland. 
Die Intrasparenz solcher Verhandlungen mit selten positiven Ergebnissen, kritisierte Inga Beale in Davos. Als CEO von Lloyd’s könne sie nicht mit dieser Unsicherheit leben, wenn nicht mal die Übergangsperiode bislang feststehe. Jedenfalls gehe Lloyd’s davon aus, dass zwei Mrd. Euro der EU-27-Prämie künftig über die neue Brüsseler Tochtergeselslchaft laufen müssten. Andererseits ist mittlerweile zu hören, manche nationale Ausschreibung in EU-Ländern fordere, dass teilnehmende Versicherer mindestens fünf Jahre alt sind. Lloyd’s Bruxelles wird dieses formale Qualifizierungskriterium nicht aus dem Stand erfüllen können. Ferner ist unklar, ob Lloyd’s Bruxelles wirklich für eine 95-prozentige Quotenabgabe an Lloyd’s of London Solva-Erleichterung erhalten wird. Dies hängt daran, ob die EU nach wie vor die regulatorische Äquivalenz konzedieren wird. 

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