Spekulieren ohne Risiko: Kein Fonds gibt eine Garantie auf Mindestrückzahlung der eingezahlten Sparbeiträge. Beitragsgarantien bei Börsenprodukten gibt es nur im Rahmen von Versicherungslösungen.
Spekulieren ohne Risiko: Kein Fonds gibt eine Garantie auf Mindestrückzahlung der eingezahlten Sparbeiträge. Beitragsgarantien bei Börsenprodukten gibt es nur im Rahmen von Versicherungslösungen.Quelle: © Deutsche Bank / Flickr
Erschienen in Ausgabe 4-2018Politik & Regulierung

Reine Panikmache

In sachlicher Hinsicht ist die Kritik an den Rentenprodukten der Versicherer vielfältig, aber fast immer pauschal und falsch. Höchste Zeit für eine Replik.

Von Franz-Josef RosemeyerVersicherungswirtschaft

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Aktuell hat man den Eindruck, dass jeder, der nur laut genug gegen die Altersvorsorge in Versicherungsform wettert, seine mediale Aufmerksamkeit erhält. Ob in Talkshows, Kolumnen namhafter Tageszeitungen oder Radiosendungen: Je lauter die Kritik, desto größer der Beifall. Verbalinjurien werden dabei toleriert, sogar goutiert. Versicherer sind Abzocker, Vermittler sind Provisionsgeier – solche Aussagen werden, wenn überhaupt, als leichte Zuspitzung begriffen.
In sachlicher Hinsicht ist die Kritik vielfältig, aber fast immer pauschal. Lebensversicherungen sind zu teuer,  verzinsen sich schlecht, Lebensversicherungen sind intransparent, und halten ihre Versprechungen nicht. Bezeichnenderweise werden die Begriffe Lebensversicherung und Rentenversicherung dabei nicht differenziert, obwohl es produktseitig erhebliche Unterschiede gibt. Nun mag man Verständnis für das Enttäuschungspotenzial von Versicherungsnehmern haben, wenn die tatsächliche Ablaufleistung ihres Vertrages erheblich von den (unter gewissen Annahmen) prognostizierten Werten abweicht. Objektiv gerechtfertigt ist diese Enttäuschung möglicherweise aber nicht, denn der Garantiewert wurde jedem Versicherten von Anfang an mitgeteilt. Auch dieser Garantiewert enthielt in der Vergangenheit, je nach Abschlusszeitpunkt, schon eine interessante Verzinsung. Die nicht garantierten Überschüsse wurden als solche auch gekennzeichnet, und zwar nicht im Kleingedruckten. Auch die Kritik an mangelnden Hinweisen seitens der Versicherer auf die sich reduzierenden Prognosewerte ist objektiv nur schwer nachvollziehbar, wenn auch subjektiv nur zu verständlich. Mir ist kein Versicherer bekannt, der nicht darauf verweist, dass die anhaltende Niedrigzinspolitik zur Reduktion der Ablaufleistung führt. Darüber hinaus haben sogar die meisten Versicherer auf mögliche Tilgungslücken hingewiesen, die sich ergeben können, wenn die Versicherung im Zusammenhang mit der Tilgung von Darlehen abgeschlossen wurde. 
Man muss also schon sehr konsequent die aMitteilungen der Versicherer ignoriert haben, wenn man zum Auszahlungszeitpunkt überrascht wird. Dies ist kein Vorwurf an die Versicherungsnehmer. Von sebsternannten Marktexperten muss man jedoch erwarten können, dass die darüber Bescheid wissen.

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Lebensversicherung