Einsteigen in die Kostenfalle: Fahrverbote für Diesel treffen überwiegend Kleinflotten.
Einsteigen in die Kostenfalle: Fahrverbote für Diesel treffen überwiegend Kleinflotten.Quelle: David Gorr
Erschienen in Ausgabe 4-2018Märkte & Vertrieb

Läuft und läuft ... weiter mit Verlusten

Immer mehr PKW-Neuzulassungen sind Flottenfahrzeuge. Doch für Versicherer ist die Sparte ein Sanierungsfall. Sie hoffen auf neue Impulse durch die Digitalisierung.

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Neulassungszahlen im gewerblichen Kraftfahrtgeschäft brechen einen Rekord nach dem anderen. Auch die Prämie wächst, wenngleich mit einem Plus von 3,6 Prozent auf knapp 3,61 Mrd. Euro 2017 etwas geringer als im Gesamtmarkt. Mit einem deutlichen Defizit bleibt das Segment aber ein Sanierungsfall: Während das gesamte Kraftfahrtgeschäft 2017 versicherungstechnisch mit einer Schaden- und Kostenquote voraussichtlich 98 bis 99 Prozent weiterhin in der Gewinnzone blieb, dürfte die Schaden- und Kostenquote beim Flottengeschäft einer Hochrechnung der R+V zufolge bei 107 (106,3) Prozent gelegen haben. Dies berichtete Harald Seliger, Leiter Kraftfahrt Vertrag der R+V Allgemeine Versicherung AG, kürzlich auf der 15. Business Forum 21-Jahrestagung. Möglicherweise ist das Defizit ein wenig geringer: Denn die R+V bezieht in ihrer Hochrechnung die pauschalen Annahmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Vertriebskosten des gesamten Kfz-Marktes ein. Im Flottenmarkt dürfte der Anteil an Nettotarifen aber höher sein als im Gesamtmarkt. Je nach Flotte werde ab 500 bis 1.000 Einheiten nettoisiert, betont Seliger. Zudem seien in den Quoten das KH-Selbsttragungsmodell nicht berücksichtigt. Anders als bei den getragenen Risiken wie Schwer- und Gefahrguttransport oder mobile Kräne zu erwarten wäre, bestimmen Großschäden (über eine Mio. Euro) den Schadenverlauf nur mit drei Prozentpunkten. Diese Schäden seien „überschaubar“, sagt Seliger. Bis zum Ende des dritten Quartals gab es 25 Großschäden mit 49 Mio. Euro Aufwand. 
Während der Privatkundenmarkt 2017 auf eine Schadenquote von absehbar 89,2 (88,2) Prozent kommt, erzielt das Flottengeschäft voraussichtlich eine Quote von 96,2 (95,5) Prozent. In den letzten Jahren sind die Abstände der Schadenquoten zwischen Privat- und Firmenkunden nicht kleiner geworden. „Mit einer Geschäftsjahres-Schadenquote von 95 Prozent sind die Flottenrisiken im Markt weiterhin nicht auskömmlich“, erklärt Seliger. Er meint, dass im Flottengeschäft „noch lange nicht“ mit einem Wert von unter 100 Prozent zu rechnen ist. Dabei berichten die Anbieter mehr oder weniger regelmäßig, dass sie diesen Bereich sanieren. Auch unter den Teilnehmern der Fachkonferenz bekannten einige auf Nachfrage, „unentwegt“ zu sanieren

Kein Flottenbetreiber wechselt den Versicherer

Michael Pickel, Vorstand der E+S Rückversicherung AG, beobachtet dagegen, dass die Sanierung „aufgrund eines aufnahmefähigen Marktumfeldes nicht vollumfänglich möglich“…