Erschienen in Ausgabe 4-2018Trends & Innovationen

Bafin gibt grünes Licht für Run-offs

Von Wolfgang Otte

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Bafin-Chef Felix Hufeld will für „Run-Off“-Aktivitäten, wie zum Beispiel der Generali Lebensversicherung, offensichtlich „Grünes Licht“ geben. Die Möglichkeit, Bestände an einen anderen Eigentümer abzugeben, wertet er „als einen sinnvollen Maßnahmenkatalog“, der aber an klare Voraussetzungen gebunden sei. „Ein Verkauf ist kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung“, betont der oberste Wächter der Finanzaufsicht im Manager Magazin. Es gehe doch darum, wo die Interessen der Kunden am besten gewahrt blieben. Wenn ein neuer Investor Policenbestände übernehme, könnte das für die Versicherten grundsätzlich sogar vorteilhaft sein. Besonders dann, wenn der bisherige Versicherer schwach dastehe. „Schlechter dürfen die ­betroffenen Kunden nicht gestellt werden, sonst würden wir die Übertragung nicht ­genehmigen“, betont Hufeld. Dazu müssten die Unternehmen detaillierte Geschäftspläne vorlegen, anhand deren die Entwicklung der Überschussbeteiligung nachvollzogen werden kann. Daraus lasse sich erkennen, ob sich die Situation der Kunden gegenüber dem Status quo verschlechtere.Er sieht es als Teil der aufsichtlichen Anforderungen, dass jeder, der Bestände übernehmen wolle, zunächst ein Lebensversicherungs­unternehmen nach deutschem Recht ­gründen müsste. Dazu gehöre auch die Ausstattung mit der gesetzlich vorgeschrie­benen Menge Kapital, die Genehmigung der Geschäftspläne, die Einstellung geeigneter Vorstände und die Beaufsichtigung des Geschäfts­betriebs durch die BaFin. Der einzige Unterschied bestehe in der Eigentümerstruktur. Hufeld betont, dass seine Behörde niemandem das wirtschaft­liche Risiko abnehmen könnte. „Wir sind auch kein Überaufsichtsrat, der unternehmerische Entscheidungen ohne gesetzlichen Grund zu hinterfragen hat", erklärt der Präsident.