Erschienen in Ausgabe 4-2018Märkte & Vertrieb

All night long

Assistance als Kuppelprodukt im Versicherungsangebot ist unabdingbar. Besonders mit personalisierten Gesundheits-Leistungen könnten Versicherer zusätzliche Kunden gewinnen.

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Kunden wünschen sich zunehmend digitale Hilfsangebote ihres Versicherers in Notsituationen. Sie sind mehr denn je bereit sich in persönlichen Angelegenheiten helfen zu lassen. Assistance-Angebote mittels digitaler Lösungen haben das Potenzial zum Kernbestandteil von Versicherungsprodukten zu werden. Insbesondere würden Kunden gern eine Notruf-App nutzen, die rund um die Uhr zur Verfügung steht, um in bedrohlichen Situationen per Tastendruck Hilfe zu organisieren. Das sagen 68 Prozent der privaten Haushalte, die im Rahmen des aktuellen „Assistance Barometers 2018“ der Europ Assistance befragt wurden. Und 57 Prozent würden gern per App den geeigneten Facharzt finden – deutlich mehr als im Vorjahr. Alltägliche Hilfe ist dagegen weniger gefragt. So würden 41 Prozent gern digital die passende Werkstatt und 30 Prozent einen Handwerker in der Nähe finden. Groß ist offenbar der Bedarf der Deutschen an Gesundheits-Assistance. Ob ärztliche Zweitmeinung (84 Prozent), Services für Chroniker und Empfehlungen für Ärzte und Krankenhäuser (72 Prozent) – hier wird Unterstützung erwartet. In erster Linie wünschen sich Kunden Hilfe in Notlagen. Präventive Services werden vergleichsweise wenig nachgefragt. Vorsorgeberatung wünschen sich 50 Prozent, einen persönlichen Gesundheitsmanager 53 Prozent und die telemedizinische Überwachung von Vitaldaten 56 Prozent. Dagegen würde man gern Sachprämien und Preisnachlässe der Lebens- und Krankenversicherer bei nachgewiesener gesunder Lebensweise und in der Kfz-Versicherung bei vorsichtiger Fahrweise einheimsen (jeweils 63 Prozent).

Vermittler profitieren von neuen Angeboten

Die Versicherer haben den Trend erkannt und stufen überwiegend (84 Prozent) Assistance-Leistungen als wichtig für den Vertragsabschluss ein, drei Prozent mehr als 2017. Vor allem der Gesundheits-Assistance trauen sie gute Chancen zu. So finden 91 Prozent, dass die Beratung von Kunden im Krankheitsfall wichtiger wird. 88 Prozent der Befragten Versicherer wollen Assistance im Schadenmanagement mehr nutzen als bisher. „Assistance ist eindeutig ein qualitätssteigerndes Merkmal“, fasst Mit-Herausgeber des Barometers, Professor Matthias Müller-Reichardt, von der Hochschule RheinMain zusammen. „Bei Produkten mit Assistance-Komponenten sind geringere Stornoquoten zu erwarten.“ Auch die Vermittler schätzen Assistance-Angebote für ihr Geschäftsmodell als Erfolgsgarant ein. 15 Prozent mehr Vermittler als im Vorjahr äußerten diese Meinung. Vor allem diene Assistance der…