Ergo-Digitalchef Mark Klein: „Dort wo eine Entscheidung ansteht, reicht Robotics nicht aus, dann brauchen wir künstliche Intelligenz.“
Ergo-Digitalchef Mark Klein: „Dort wo eine Entscheidung ansteht, reicht Robotics nicht aus, dann brauchen wir künstliche Intelligenz.“Quelle: Uwe Schmidt-Kasparek
Erschienen in Ausgabe 4-2018Unternehmen & Management

„Agiles Arbeiten hat nichts mit Chaos zu tun“

Mark Klein, Chief Digital Officer der Ergo, über Nexible und die Perspektiven von künstlicher Intelligenz

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Herr Klein, Sie kommen von McKinsey und waren zuletzt bei der Deutschen Telekom in den Niederlanden. Haben Sie „Versicherung“ schnell nachgelernt?

Mark Klein: Tatsächlich habe ich noch mal gebüffelt. Es gibt aber eine gewisse Nähe zwischen Versicherungswirtschaft und Telekommunikation. In beiden Branchen basieren die Produkte erst einmal auf einem Vertrag mit einem Kunden. Zudem geht es in beiden Branchen stark um Kundenloyalität. Gleichzeitig konnte ich Versicherungstechnik und Risikomodell hautnah erleben, als wir den digitalen Autoversicherer Nexible aufgebaut haben. Außerdem habe ich in der Kranken- und Lebensversicherung einiges dazugelernt. Bemerkenswert war für mich, dass Versicherungsprodukte doch ein ganzes Stück komplexer sind als Telekommunikationsangebote.

Sie sind für alle Digital- und Direktaktivitäten der Gruppe zuständig. Was sind Ihre Schwerpunkte?

Stellen Sie sich ein Haus vor. Das Fundament ist digital und wir bauen darauf drei Säulen auf. In der ersten Säule beschäftigen wir uns mit klassischen Geschäftsmodellen und digitalisieren somit das schon Vorhandene. Hier geht es darum den modernen Kunden zu erreichen, der über viele Kanäle kommt. Wir haben schon eine einheitliche Lösung für das Kundenportal. Nun geht es darum alle Kanäle, also Telefon, Email, Online-Chat oder persönliches Gespräch miteinander zu vernetzen.

Dann weiß also jeder Vermittler sofort alles über die Historie des Kunden und sogar des Interessenten?

Das ist genau das, was Kunden und Interessenten im Kontakt mit uns erwarten. Deswegen sollen unsere Kunden auf einen Blick sehen können, welche Verträge sie bei Ergo und Ergo Direkt haben. Der Vermittler sieht in seinem System, für welchen Schutz sich der Kunde interessiert, welche Angebote er schon für ihn gerechnet und welche Verträge der Kunde bei ihm abgeschlossen hat. Zudem sollte auch der Interessent, der noch gar nicht Kunde ist, identifiziert und auf Basis seines Bedarfs optimal beraten werden. Die Vernetzung schreitet gut voran.

Was passiert in den anderen Säulen?

In Säule zwei entwickeln wir ganz neue Geschäftsmodelle. Unser aktuelles Aushängeschild ist hier der voll digitale Versicherer Nexible. In Säule drei geht es darum, sich in neue Öko-Systeme zu integrieren. Wir haben hier die Ergo Mobility Solutions gegründet und Karsten Crede kümmert sich um die weltweite Kooperation mit Automobilherstellern.

Reicht es, dass Herr Crede in ähnlicher Position jahrelang für die Allianz gearbeitet hat.