Wissen was passiert, bevor es passiert: Die Schwingungsüberwachung als Basis des Predictive-Maintenance-Systems kann eine erhöhte Schwingungspegel (blauer Kreis) erkennen.
Wissen was passiert, bevor es passiert: Die Schwingungsüberwachung als Basis des Predictive-Maintenance-Systems kann eine erhöhte Schwingungspegel (blauer Kreis) erkennen.Quelle: AGCS
Erschienen in Ausgabe 4-2018Märkte & Vertrieb

Abgenutzt war gestern

Mit Predictive Maintenance sparen Unternehmen Instandshaltungskosten und vermeiden Katastrophen. Versicherern, die mit großen Datenmengen umgehen können, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Von Dr. Johannes Stoiber und Stefan ThummVersicherungswirtschaft

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Dampfmaschine, Elektrizität, Fließband und Automation – und jetzt die Vernetzung durch cyberphysische Systeme. Die Welt der Produktion steckt mittendrin in der vierten Revolution. Eines der großen neuen Technologien der Industrie 4.0 ist „Predictive Maintenance“, was sich am ehesten mit dem Begriff „vorausschauende Wartung“ ins Deutsche übersetzen lässt. Predictive Maintenance befindet sich auch bei der Instandhaltung im Energiesektor auf dem Vormarsch. Maschinen und Anlagen werden dabei mit Hilfe von Sensoren proaktiv gewartet, um Ausfallzeiten niedrig zu halten. Ein Großteil der Entwicklungsarbeit konzentriert sich aktuell auf die automatische Erkennung von Anomalien in Maschinendaten. Das System erkennt diese Anomalien und interpretiert sie. Der Hauptunterschied zur „Condition-based Maintenance“, bei der die Wartung auf Basis des Komponentenzustands durchgeführt wird, ist die Fähigkeit, die Lebensdauer von Maschinenteilen mit Hilfe von regelbasierten Modellen, Simulationen und künstlichen neuronalen Netzen vorherzusagen. Es werden dazu große Mengen an Daten erfasst, gespeichert und analysiert. Im Optimalfall lassen sich dadurch Störungen vorhersagen, bevor es zu negativen Auswirkungen oder gar Ausfällen kommt. Störungszeiten können dadurch minimiert werden bzw. es treten überhaupt keine Störungen mehr auf. Predictive Maintenance – die vorausschauende Wartung – kann folglich enorme Kosten sparen. 
In einer aufwändigen Analyse hat sich das Allianz Zentrum für Technik (AZT) der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) fundiert mit der vorrausschauenden Wartung beschäftigt – und erste konkrete Auswirkungen auf Chancen und Risiken eruiert: So können Predictive-Maintenance-Systeme dazu beitragen, technische Risiken zu verändern und Schadensfälle zu verhindern. Konkret kann etwa durch das frühzeitige Erkennen oder Voraussagen von Rissen ein Bruch des betroffenen Bauteils vermieden und damit eine Beschädigung der benachbarten Teile oder Ausfall der gesamten Maschine verhindert werden. Auch das Risiko und Ausmaß von Betriebsunterbrechungen, laut Allianz Risk Barometer das größte Unternehmensrisiko weltweit, können durch Predictive Maintenance reduziert werden, da unerwartete Ausfälle rechtzeitig erkannt würden und frühzeitig ein Austausch ohne Beeinträchtigung der Anlagenverfügbarkeit organisiert werden kann. 
Wie das konkret funktioniert, kann man am Beispiel einer Windkraftanlage erklären: Predictive-Maintenance-Systeme können hier beispielsweise nicht…