Erschienen in Ausgabe 2-2018Trends & Innovationen

Bürgerversicherung light

Von VW-Redaktion

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Der SPD-Parteitag hat „Ja“ gesagt, obwohl die Sozialdemokraten ihre große Reformidee von einer Bürgerversicherung begraben müssen. Dabei stehen im Sondierungspapier nur zwei konkrete Vorhaben zur Gesundheitspolitik: Arbeitgeber und Beschäftigte werden künftig wieder die gleichen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Und mehr Steuergeld fließt in die Krankenversicherung, um die Versorgung von Arbeitslosen zu finanzieren. Damit bleibt für die SPD noch viel Spielraum, um die Unterschiede der von ihnen bezeichneten "Zwei-Klassen-Medizin" ein wenig zu verringern. Das soll konkret durch die Öffnung der GKV durch für Beamte sowie die Reform der Honorarordnung geschehen. Derzeit sind privatversicherte Patienten für Ärzte wesentlich lukrativer als gesetzlich Versicherte, weil Mediziner bei privaten Kassen jede Leistung nach der privatärztlichen Gebührenordnung abrechnen können. Ein einer Angleichung der Honorarsysteme haben auch die Unionsparteien ein Interesse. Dadurch müssten Ärzte nicht mehr die ländlichen Gebiete verlassen, wo fast nur gesetzliche Patienten leben. All diese Punkte könnte die zerrissene SPD als ersten Schritt in Richtung Bürgerversicherung verkaufen.