Quelle: picture alliance / AP Photo
Erschienen in Ausgabe 2-2018Trends & Innovationen

Schaden-Prisma Januar 2018

Orkane fegen über Europa, Schneestürme über das sonnige Florida

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

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Umherfliegende Ziegel, sich biegende Bäume, versperrte Straßen und lauter beschädigtes Eigentum – gleich zwei Orkane haben Deutschland im Januar duchgepustet. Der erste Sturm des neuen Jahres, „Burglind“,  fegte mit 80 bis 130 Kilometern pro Stunde über den Südwesten hinweg und brachte stellenweise 70 bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter. Aufgrund der Überschwemmungen und Erdrutschgefahr mussten im Schwarzwald Dutzende Menschen ihre Häuser verlassen. Auf der Mosel wurde der Schiffsverkehr eingestellt, auf Teilen des Neckars und Oberrheins ebenfalls. Laut dem Fachdienst AIR Worldwide betragen die versicherten Schäden europaweit etwa 1,1 bis 1,6 Mrd. Euro. Allein in Deutschland hat "Burglind" nach ersten Schätzungen einen dreistelligen Millionenschäden hinterlassen. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) geht bundesweit von Schäden in Höhe von deutlich unter einer halben Mrd. Euro aus. Damit wäre "Burglind" zwar ein schwerer, aber kein Rekordsturm gewesen. Die schwersten Schäden in den vergangenen 20 Jahren hatte 2007 der Wintersturm „Kyrill“ angerichtet, er hatte versicherte Sachschäden in Höhe von mehr als zwei Mrd. Euro hinterlassen. Genau elf Jahre später könnte „Friederike“ diesen Rekord brechen. Das Orkantief ist am 18. Januar vor allem über den Westen, Norden und die Mitte Deutschlands gefegt. Der Zugbetrieb wurde im ganzen Land eingestellt. Die Deutsche Bahn rechnet mit Millionenschäden am Schienennetz. An mehr als 200 Streckenabschnitten seien Reparaturen nötig. Die GDV schätzt die versicherten Schäden auf 500 Mio. Euro, der Makler Aon Benfield auf eine Mrd. Euro. Allein die Versicherung Provinzial Rheinland rechnet damit, Schäden in Höhe von 80 Mio. Euro begleichen zu müssen. Der R+V kostet "Friederike" etwa 40 Mio. Euro.
Auch in anderen Teilen Europas spielte das Wetter im Januar verrückt. An der Mittelmeerküste im Südosten Spaniens stürzten die Temperaturen innerhalb einer Woche von sommerlicher Hitze auf den Gefrierpunkt. Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln fiel Schnee. In Italien herrschte Lawinengefahr in allen Alpenregionen. In Südtirol war so viel Schnee wie seit langem nicht mehr gefallen. 80 bis 130 Zentimeter seien „historische Maximalwerte“ auf 2.000 Metern, hieß es im Lawinenlagebericht. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos fiel an einem einzigen Tag 1,75 Meter Schnee, der zweithöchste Stand seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen 1931. Selbst in der größten Wüste der Welt, der Sahara, hat es geschneit –…