Erschienen in Ausgabe 2-2018Unternehmen & Management

Vorentscheidung im El Clásico

Das Duell um den wichtigsten Versicherungsstandort scheint Madrid gegen das nach Unabhängigkeit strebende Katalonien klar zu gewinnen

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Der durch die katalanische Separatistenbewegung verursachte wirtschaftliche und finanzielle Schaden wird immer größer. Bereits in den ersten Wochen nach dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien vom 1. Oktober 2017 wanderten über tausend Unternehmen aus der Region in andere Landesteile ab. Am 21. Dezember 2017 hatten die Katalanen erneut die Möglichkeit, klare Verhältnisse zu schaffen. Vergeblich: Die für einen Verbleib in Spanien stimmenden Parteien erhielten zwar eine knappe Mehrheit der Stimmen, jene für eine Abspaltung von Spanien allerdings eine knappe Mehrheit der Sitze im Parlament. Eine Lösung des schweren politischen Konflikts ist nicht absehbar, ebenso der Exodus der Unternehmen aus Katalonien. Die von den Unternehmen gefürchtete juristische Unsicherheit hat nach den Neuwahlen sogar noch zugenommen. Nach aktuellem Stand haben über 3.200 Unternehmen ihren Gesellschaftssitz von Katalonien in andere Regionen Spaniens verlagert. Darunter befinden sich mit Sabadell, Gas Natural, CaixaBank, Abertis, Cellnex und Colonial sechs der sieben im spanischen Leitindex Ibex 35 gelisteten Aktiengesellschaften. Der Löwenanteil ist in die spanische Hauptstadt Madrid abgewandert. 

Prämienvolumen stürzt von 30 auf ein Prozent ab

Besonders schnell und drastisch haben Versicherer mit Gesellschaftssitz in Katalonien reagiert. Bereits in den ersten Tagen nach dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum erklärte der spanische Marktführer VidaCaixa die Verlegung seines Gesellschaftssitzes von Barcelona nach Madrid. Das von seiner Symbolkraft gesehen aber wichtigste abgewanderte Assekuranzhaus ist die Catalana Occidente. Der katalanische Traditionsversicherer mit seiner 150-jährigen Unternehmensgeschichte verlegte seinen Sitz ebenfalls innerhalb von Tagen von Barcelona nach Madrid. Im Januar 2018 ist auch noch die Familienholding Inoc von Barcelona nach Madrid abgewandert, die mit einem Anteil von 62 Prozent die Mehrheit der Catalana Occidente-Gruppe kontrolliert. Noch im Oktober folgten schrittweise alle anderen nationalen und internationalen Versicherungshäuser mit Gesellschaftssitz in Katalonien. Dazu gehörten Unternehmen wie der Branchendritte Zurich, die Axa oder SegurCaixa Adeslas, das Joint Venture des Versicherers Mutua Madrileña mit der Bankengruppe Caixabank. 
Die spanische Tochter der Allianz hat Ende Oktober vergangenen Jahres als einer der letzten Versicherer Katalonien den Rücken gekehrt. „Die Entscheidung des Verwaltungsrates dient dem Ziel der Wahrung…